Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 01.04.2017


Bezirk Imst

Haiming beschloss Änderung der Widmungsänderung

Bei der Gemeinde trafen zahlreiche Stellungnahmen gegen ein Gewerbegebiet im Forchet ein. Ein Teil soll nun Lagerfläche werden.

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© Dorn



Von Agnes Dorn

Haiming – Wie berichtet, plant die Gemeinde Haiming, mehrere Hektar Forchetwald zu Gewerbe- und Industriegebiet umzuwidmen. Zu dieser geplanten Umwidmung sind zahlreiche Stellungnahmen bei der Gemeinde Haiming eingelangt. Wie viele es konkret sind, konnte Bürgermeister Josef Leitner bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstag nicht sagen, doch laut Marianne Götsch von der Bürgerinitiative „Schützt das Forchet“ würde sie die Anzahl auf mindestens 100 abgegebene Stellungnahmen schätzen.

Doch die abgegebenen Stellungnahmen dürften inzwischen hinfällig geworden sein: Statt diese zu behandeln, wurde nämlich kurzerhand mit zehn zu sieben Stimmen ein Gemeinderatsbeschluss gefasst, der die geplante Raumordnungskonzept-Änderung sowie die Flächenwidmungsänderung abändert und damit eine neuerliche Auflage notwendig macht, wie Bauamtsleiter Bernd Kapeller bestätigt.

Konkret bedeutet dies wohl auch, dass alle Haiminger Bürger, die zur ursprünglichen Änderung eine Stellungnahme abgegeben haben, diese wiederholen müssen, sollten sie auch zu der Änderung der Änderung Stellung beziehen wollen. Zum konkreten Fall war zwar bei den Behörden nichts zu erfahren und auch Bürgermeister Josef Leitner war telefonisch nicht zu erreichen, doch wie Ingrid Gföller, Zuständige der Landesabteilung Bau- und Raumordnungsrecht für den Planungsverband Ötztal, erklärte, müssen bei einer abgeänderten Version, die neuerlich aufzuliegen hat, auch die Stellungnahmen zu dieser konkreten Änderung erfolgen.

Doch was ist eigentlich abgeändert worden? Mitten durch die 5,9 Hektar, die im Raumordnungskonzept als Industrie- und Gewerbegebiet ausgewiesen werden sollten, laufen Hochspannungsleitungen. Wie bereits in einer vorangegangenen Gemeinderatssitzung besprochen, wäre die Fläche unter den Leitungen nicht zur Errichtung von Gebäuden geeignet, sondern nur zur Lagerung. Obwohl dies bekannt war, wurde zunächst vom Gemeinderat die Änderung der gesamten Fläche zu Industrie- und Gewerbegebiet beschlossen. Nun, nach Eingang der Stellungnahmen, wurde die unter den Leitungen verlaufende Fläche aus der Änderung herausgenommen und soll nun zu Sonderfläche Lagerfläche umgewidmet werden.

Wie lange der abgeänderte Plan nun zur Stellungnahme aufliegen wird, war nicht zu erfahren, doch unter Umständen wird durch die bloße Abänderung ein verkürztes Verfahren möglich.

Die Änderung der Änderung wurde übrigens mit einer Stimme weniger vom Gemeinderat beschlossen als die ursprüngliche Änderung: Dass die Fläche im von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Gutachten der Firma Revital als besonders artenreich, von Bürgermeister Leitner dagegen als ökologisch wertlos bezeichnet wurde, was auch in der Stellungnahme der Bürgerinitiative zur Sprache kam, ließ Gemeinderat An­dreas Saurwein seine Meinung ändern. Leitner dazu: „Das wird in den Medien behauptet, das ist aber nicht so. Nach den drei Beurteilungskriterien war das die schwächste Form der negativen Beurteilungen, die es gibt.“