Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 04.05.2017


Exklusiv

Glungezer braucht frisches Geld

Die Bilanz im Skigebiet Glungezer in Tulfes fällt nicht rosig aus.

© Gemeinsam für Tulfes"Nach diesem Winter ohne Beschneiung war klar, dass es einen Liquiditätsengpass geben wird", sagt Martin Wegscheider.



Tulfes – Keine Beschneiung, ein Uralt-Zweiersessellift als Zubringer ins Skigebiet und erst am 14. Jänner Start in die heurige Wintersaison: Dass dadurch die Bilanz im Skigebiet Glungezer in Tulfes nicht rosig ausfällt, ist kein Wunder. Bereits Ende März schrillten die Alarmglocken im Gemeinderat. Von einem Liquiditätsengpass bis November von 200.000 bis 300.000 Euro war damals die Rede. Bürgermeister Martin Wegscheider bestätigt den Liquiditätsbedarf, „die exakte Höhe wird aber erst nach Abrechnung des Freizeittickets und der Snowcard feststehen“. Hauptgesellschafter der Glungezerbahn sind der Tourismusverband Hall-Wattens, die Agrargemeinschaft Tulfes und die Gemeinde.

Wegscheider verweist auf einen sparsamen Betrieb und geringe Personalkosten, „aber ohne Beschneiung geht es halt nicht“. Der Tourismusverband hat bereits einen Zuschuss von 100.000 Euro zugesagt, „den Rest wird die Gemeinde finanzieren“. Auf Sicht müsse der Glungezer jedoch seilbahntechnisch aufrüsten, unterstreichen Wegscheider und sein Vizebürgermeister Mario Pfitscher. Entscheidend dabei sind für die beiden Kommunalpolitiker die seit Jahren forcierten Seilbahnpläne mit einer 10er-Kabinenbahn. Die Investitionskosten beziffert der Bürgermeister mit sieben Mio. Euro. „Wir brauchen die Modernisierung, um auch die notwendige Frequenz im Skigebiet zu haben.“ In einem nächsten Schritt soll dann 2018 eine Beschneiungsanlage errichtet und in weiterer Folge auch der lange Schlepplift Richtung Tulfein ersetzt werden. Doch das ist finanzielle Zukunftsmusik.

Wegscheider hofft, dass die rund 20 Anrainergemeinden zu ihren Absichtserklärungen stehen und die Ausbaupläne für die erste Sektion zur Mittelstation Halsmarter mitfinanzieren. Die Hauptlast tragen Tulfes und der Tourismusverband. „Volders hat bereits zugesagt, in Hall ist die Stimmung ebenfalls positiv“, sagt Wegscheider. In den nächsten vier Wochen werden die übrigen Gemeinden informiert. Ohne Modernisierung dürften am Glungezer die Lift­e über kurz oder lang stillstehen. Wegscheider: „Dann büßt aber auch der Zirbenweg als Wanderweg an Attraktivität ein.“ (pn)