Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 13.05.2017


Bezirk Imst

Gewerbegebiet im Forchet ging knapp durch

Mit nur einer Stimme Überhang beschloss Haiming die umstrittene Änderung im Raumordnungskonzept samt Umwidmung von 3,16 Hektar.

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© Paschinger



Von Alexander Paschinger

Haiming – Der Forchet, der Föhren-Talwald am Tschirgant-Bergsturz, beschäftigt und spaltet die Haiminger Gemeindepolitik schon länger. Seit dem Wechsel des Handl-Neubaus auf die Südseite der Tiroler Straße gab es mittlerweile drei Varianten für ein Gewerbegebiet am ursprünglich geplanten Handl-Areal. Doch die Mehrheit für das Ansinnen von BM Josef Leitner schmolz zusehends: Von 11:6 im Dezember auf 10:7 im März und nun 9:8 am Donnerstagabend. Beschlossen wurden eine Änderung des Raumordnungskonzeptes sowie die Widmung von 23.761 m² Gewerbegrund und 7836 m² Lagerfläche. Außerdem werde laut Bürgermeister eine Strategische Umweltprüfung (SUP) durchgeführt. Schließlich könnte am Ende auch ein „Landschaftspark mit Bürgerbeteiligung oder was auch immer“ für andere schützenswerte Teile im übrigen Forchet stehen.

18.500 m², erklärte Leitner, kämen allein für sieben in Haiming heimische Betriebe in Betracht. Er habe aber auch Anfragen von drei weiteren Firmen, die Interesse an 11.000 m² hätten. Womit die 2,38 Hektar Gewerbegrund nicht reichen würden.

Auch die Untersuchung des Forchets zu Naturkunde, Forst und Erholung durch die Firma Revital stand wieder im Fokus. Leitner betonte, dass „es eine Bewertung, aber kein Gutachten darstellt“ – ein Gutachten wäre viel genauer. Es unterstreiche jedoch, dass die nun umgewidmete Fläche zur ökologisch am wenigsten sensiblen Kategorie gehöre. Die Revital-Untersuchung hatte auch schon dazu geführt, dass die ursprünglich geplante Gewerbefläche reduziert wurde.

Die Opposition konnte mit der Vorgangsweise Leitners nicht mit: Grünen-Chefin Petra Hofmann wollte etwa einen fixen Beschluss in Richtung Naturschutzgebiet.

Das geheim abgestimmte 9:8 dürfte sich aus den acht Stimmen der Bürgermeisterliste sowie SP-Mandatar Bernhard Zolitsch zusammensetzen, der sich schon im Vorfeld öffentlich für die Umwidmung deklariert hatte.




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