Letztes Update am Di, 23.05.2017 06:48

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck

Innsbrucks Altbürgermeister Romuald Niescher gestorben

Innsbruck trauert um Altbürgermeister Romuald Niescher. Der frühere Politiker starb am Montag im Alter von 84 Jahren.

© Stadt InnsbruckNur noch selten wie bei seinem 80er – mit Gattin Gertrud und BM Oppitz-Plörer – trat der gesundheitlich angeschlagene Niescher öffentlich in Erscheinung.



Innsbruck – Für ihn war Innsbruck „die schönste Stadt“ der Welt. Politisch hat sie Romuald Niescher (84) von 1983 bis 1994 als Bürgermeister geführt. Nach dem legendären Alois Lugger. Gestern hörte sein Herz auf zu schlagen.

Als Ur-Innsbrucker wuchs Niescher in der Altstadt auf. Mit seiner Familie, Frau Gertrud und den gemeinsamen drei Kindern, wohnte er viele Jahre in der Reichenau. Die Reichenau war auch seine politische Basis, dort hatte der ÖVP-Arbeiter- und Angestelltenbund seine Bastion. Seine politische Karriere begann, als er 1965 zum Gemeinderat gewählt wurde. Danach erfolgte der Aufstieg zum Stadtrat, danach zum Vizebürgermeister. Im Herbst 1983 wurde Niescher zum Bürgermeister gewählt, mehr als zehn Jahre regierte er in der Stadt.

„Großartige Persönlichkeit“

Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer würdigt Romuald Niescher „als großartige Persönlichkeit, die viel für unsere Stadt geleistet hat“. Als Beispiele seines politischen Wirkens bezeichnet sie die weitreichende Erweiterung des Stadtparks, den Baggersee, die Errichtung von Promenaden an Inn und Sill, die Vergrößerung des Kongresshauses sowie das Verkehrskonzept mit der Einführung der gebührenpflichtigen Zonen.

Aber es waren die Zeitenwende der 1990er-Jahre, die auf Innsbruck drückende finanzielle Last, die innerparteilichen Reformdiskussionen, die letztlich zur Gründung der Bürgerbewegung „Für Innsbruck“ unter seinem Nachfolger und jetzigen Landtagspräsidenten Herwig van Staa und zum jähen politischen Abschied 1994 geführt haben. Die gescheiterte Olympia-Volksbefragung im Herbst 1993 mündete in die Wahlniederlage der Innsbrucker ÖVP vom April 1994. Niescher zog sich daraufhin aus der Kommunalpolitik zurück.

2002 erhielt er anlässlich seines 70. Geburtstages die Innsbrucker Ehrenbürgerschaft. „Niescher war ein traditionsbewusster Mensch, dem unsere Stadt stets am Herzen lag. Mit seinem Lebensmotto ‚Fröhliche Gelassenheit‘ ließ er sich von nur wenigen Diskussionspartnern aus der Fassung bringen und war ein Politiker mit Handschlagqualität“, zollte Oppitz-Plörer dem Verstorbenen Anerkennung. (TT)