Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 11.06.2017


Tirol

Frischer Wind im ÖGB Tirol

Nach sieben Jahren an der Spit­ze übergab Otto Leist den Vorsitz im ÖGB Tirol an Philip Wohlgemuth. Der Neue setzt u. a. auf alterns- gerechte Arbeitsplätze.

Generationswechsel beim Österreichischen Gewerkschaftsbund Tirol: Der bisherige Vorsitzende Otto Leist übergibt nach sieben Jahren an der Spitze an Nachfolger Philip Wohlgemuth.

© ÖGB Tirol/FenebergGenerationswechsel beim Österreichischen Gewerkschaftsbund Tirol: Der bisherige Vorsitzende Otto Leist übergibt nach sieben Jahren an der Spitze an Nachfolger Philip Wohlgemuth.



Schwaz – Der vida-Landesgeschäftsführer Philip Wohlgemuth wird künftig an der Spitze der Tiroler Gewerkschaftsbewegung stehen. Er wurde am Samstag im Rahmen der 26. Landeskonferenz von den rund 200 Delegierten mit 83 Prozent der Stimmen zum neuen Vorsitzenden des ÖGB Tirol gewählt. Wohlgemuth folgt Otto Leist nach, der der Tiroler Gewerkschaftsbewegung während der letzten sieben Jahre vorgestanden hatte.

Leist bezeichnete das Wiedererstarken der Tiroler Sozialpartnerschaft, das kontinuierliche Mitgliederplus während der letzten sieben Jahre und die Lohnsteuersenkung als Höhepunkte seiner Periode als Vorsitzender. In dieser Zeit konnte der ÖGB Tirol einen konsequenten Mitgliederzuwachs verzeichnen, von 59.543 Mitgliedern im Jahr 2010 auf 62.770 Mitglieder im Jahr 2016. Leist gratulierte seinem Nachfolger: „Ich freue mich sehr über die Wahl von Philip Wohlgemuth. Er ist ein Vollblutgewerkschafter, der die Tiroler Gewerkschaftsbewegung mit seiner über 15-jährigen Erfahrung und seiner Fachkenntnis bestens vertreten wird.“

Schwerpunkte in Wohlgemuths Arbeit werden u. a. alternsgerechte Arbeitsplätze und der Bereich „Gesundheit am Arbeitsplatz“ werden: „Es sollte zusätzliches Geld in die aktive Arbeitsmarktpolitik fließen, ebenso in soziale Infrastruktur wie Pflege und Bildung. Die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, eine Attraktivierung der Lehrausbildung und die Stärkung der innerbetrieblichen Mitbestimmung sind wichtige Faktoren, um unsere Arbeitswelt auch für kommende Generationen fair zu gestalten.“ Außerdem sprach sich der neue ÖGB-Chef für „ein Zusammenrücken der ArbeitnehmerInnenvertretungen und der Sozialpartner“ aus.

ÖGB-Präsident Erich Foglar nahm bei seiner Rede anlässlich der 26. Landeskonferenz des ÖGB Tirol in Schwaz auch zum vieldiskutierten Thema Arbeitszeitflexibilisierung Stellung. „Der Grundsatz muss lauten: Von Flexibilisierung der Arbeitszeit müssen beide Seiten profitieren, also Beschäftigte und UnternehmerInnen.“ Gleichzeitig betonte er allerdings, dass „wir in naher Zukunft nicht darum herumkommen werden, wieder über Arbeitszeitverkürzung zu sprechen. Der Kontext des digitalen Wandels lautet: Wir müssen Arbeit in unserer Gesellschaft fairer verteilen!“

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Das ÖGB-Tirol-Präsidium wird künftig komplettiert von Gerhard Seier, Christian Hauser, Erika Landers, Robert Koschin, Mag. Michael Glaser und Pia Lindner. (TT)