Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 06.07.2017


Exklusiv

Olympia: Axamer Lizum nur zum Training

Als Austragungsort von Olympia-Wettkämpfen bekommt die Axamer Lizum eine Abfuhr. Studie wertet sie aber als geeignete Trainingsstätte.

Axamer Lizum.

© Denise DaumAxamer Lizum.



Axams – In die Diskussion um eine mögliche Bewerbung Tirols für Olympia 2026 haben sich kürzlich – wie berichtet – sowohl der Axamer-Lizum-Betreiber Eduard Fröschl als auch der Axamer Bürgermeister Christian Abenthung ins Spiel gebracht. Ersterer kann nicht verstehen, warum in der Machbarkeitsstudie sein Skigebiet nicht als potenzieller Austragungsort angeführt wird. Zweiterer fordert in seiner Funktion als Planungsverbandsobmann, dass das westliche Mittelgebirge in Gespräche zu Olympia miteinbezogen werde, und sieht die Region als olympiageeignet.

Sportlandesrat Josef Geisler (ÖVP) stellt erneut klar, dass es keinen olympiabedingten Aus- und Umbau von Wettkampfstätten geben solle. „Deshalb empfiehlt die Machbarkeitsstudie jene Sportstätten als potenzielle Austragungsorte, die unter den streng angelegten Kriterien bereits heute voll olympiatauglich sind“, erläutert Geisler. Klar sei aber, dass ein Ereignis dieser Größenordnung immer auch Auswirkungen auf die umliegende Infrastruktur habe. So sind für Olympische Spiele beispielsweise auch Trainingszentren notwendig. Zu diesen werde die Axamer Lizum sehr wohl gezählt. Geisler zufolge sollen diese Trainings­stätten im ganzen Land verteilt sein und „reichen von Obertilliach über Sölden bis in die Axamer Lizum“.

Philipp Groborsch, einer der Studienautoren, erläutert, nach welchen Kriterien die Wettkampfstätten ausgesucht worden seien: So zählten die sportfachliche Eignung, die bereits getätigten Investitionen, die vorhandene Infrastruktur, die Möglichkeit, Disziplinen zu bündeln, oder die Erreichbarkeit. Unter diesen Kriterien habe sich im alpinen Bereich etwa St. Anton und im Freestyle-Bereich das Kühtai als Vorzugsvariante empfohlen, so Groborsch.

„Beim vorgestellten Konzept handelt es sich um die Vorzugsvariante und eine gutachterliche Einschätzung, nicht um ein finales Bewerbungskonzept“, erläutert Groborsch.

Planungsverbandsobmann Christian Abenthung bleibt dabei: „Ich sehe die Axamer Lizum weiterhin als geeigneten Ort als Wettkampfstätte.“ Unter der Voraussetzung, dass die Skigebiete Axamer Lizum und Muttereralm zusammengeschlossen werden und Modernisierungsmaßnahmen in der Lizum gesetzt werden. Im Vordergrund stehe nun aber die Aufgabe, so Abenthung, die Bevölkerung von der Sinnhaftigkeit Olympischer Winterspiele zu überzeugen. (dd)