Letztes Update am Mo, 14.08.2017 11:59

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Olympia 2026

Tirol präsentiert sein Angebot an das IOC für die Winterspiele 2026

„Soll das Land Tirol ein selbstbewusstes Angebot für nachhaltige, regional angepasste sowie wirtschaftlich und ökologisch vertretbare Olympische und Paralympische Winterspiele Innsbruck-Tirol 2026 legen?“: Das ist die Frage, über die am 15. Oktober die Bürger abstimmen sollen.

© APADas Olympia-Logo für die Bewerbung.



Innsbruck – Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) und Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (FI) wollen bei der Volksbefragung am 15. Oktober über eine mögliche Bewerbung Tirol/Innsbruck für Olympische Winterspiele 2026 mit „Ja“ stimmen, aber trotzdem keine Empfehlung abgeben. Stadt und Land präsentierten am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz das Angebot an das IOC.

„Soll das Land Tirol ein selbstbewusstes Angebot für nachhaltige, regional angepasste sowie wirtschaftlich und ökologisch vertretbare Olympische und Paralympische Winterspiele Innsbruck-Tirol 2026 legen?“ - über diese Frage soll die Tiroler Bevölkerung am 15. Oktober abstimmen. Sowohl der Landeshauptmann als auch die Bürgermeisterin meinten, dass sie mit „Überzeugung mit ‚Ja‘ stimmen“ werden. Die Landesregierung wird die Fragestellung morgen, Dienstag, beschließen.

Georg Spazier (innsbruck-tirol sports), Peter Mennel (ÖOC-Generalsekretär), Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, Landeshauptmann Günther Platter , Landeshauptmann Stv. ÖR Josef Geisler und Stadtrat Franz Xaver Gruber.
- APA

Etwaige Winterspiele sollen traditionell, nachhaltig und vor allem kostengünstig werden, wurde abermals betont. „Mit dem Land Tirol wird es nur nachhaltige, regional angepasste sowie wirtschaftlich und ökologisch vertretbare Olympische Spiele geben“, meinte Platter. Das Innsbruck/Tirol-Angebot bedeute: „Unsere Spiele, nach unseren Regeln. Nur unter unseren Bedingungen wird es einen Vertrag mit dem IOC geben“, hielt der Landeshauptmann fest.

Das Angebot orientiert sich an der bereits präsentierten Machbarkeitsstudie. So sollen beispielsweise keine neuen Wettkampfstätten gebaut werden. Zudem gehe das Angebot bewusst deutlich unter bisherige internationale Maßstäbe, beispielsweise bei den Zuschauerkapazitäten. Die Olympischen und Paralympischen Winterspiele sollen außerdem unter den Rahmenbedingungen eines „Green Event“ ausgerichtet werden. Für die Durchführung sollen keine Steuergelder ausgegeben werden, da sämtliche Ausgaben für die Organisation und Durchführung durch Einnahmen gedeckt seien, hieß es.

„Olympia-Roadshow“ tourt durch die Bezirke

Am Innsbrucker Frachtenbahnhof sollen 400 wohnbaugeförderte Wohnungen für ein Olympisches Dorf entstehen. Die ÖBB habe als Grundeigentümer hierfür schon ihre grundsätzliche Zustimmung erklärt, eine schriftliche Zusage geben es jedoch noch nicht – es laufen aber „positive Gespräche“, hieß es. Für die innere Sicherheit, also innerhalb der Wettkampfstätten, des Olympischen Dorfes etc., seien bereits 40 Millionen Euro budgetiert. Die öffentliche Sicherheit sei Bundessache. Hierzu habe sich die Bundesregierung mit einem Beschluss am 7. Juni im Ministerrat bereits bekannt.

Bis zum 15. Oktober soll die Bevölkerung nun mit einer sogenannten „Olympia-Roadshow“, die durch alle Bezirke tourt, über das Angebot informiert werden. Sollte die Bevölkerung schließlich für eine Bewerbung stimmen, bezifferte ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel die Chance für einen Zuschlag mit über 50 Prozent. (APA)

Reaktionen auf die Präsentation

Für die Oppositionspartei Liste Fritz ist die Frage für die Volksbefragung am 15. Oktober über eine mögliche Bewerbung Tirol/Innsbruck für Olympische Winterspiele 2026 „peinlich und höchst manipulativ“. „Es ist der Versuch von Platter und Co., die Tiroler Bürger mit einer wertenden Fragestellung für dumm zu verkaufen“, kritisierte die Liste am Montag in einer Aussendung.

Mit Schlagworten wie selbstbewusst, nachhaltig, regional, wirtschaftlich und ökologisch würden „Platter und Co.“ versuchen, die Werbetrommel für Olympia zu rühren. Dabei blieben sie den Innsbrucker und Tiroler Bürgern die entscheidenden Antworten auf wesentliche Fragen schuldig. Land und Stadt hatten am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz die Fragestellung präsentiert: „Soll das Land Tirol ein selbstbewusstes Angebot für nachhaltige, regional angepasste sowie wirtschaftlich und ökologisch vertretbare Olympische und Paralympische Winterspiele Innsbruck-Tirol 2026 legen?“

Bis dato sei aber der Host City Vertrag geheim, die Millionenkosten für die Sicherheit nicht bekannt und das Areal für das Olympische Dorf nicht gesichert, beklagte die Oppositionspartei. Nicht einmal alle Sportstätten seien vorhanden bzw. verhandelt. „So vieles ist geheim und unklar, weshalb es peinlich ist, dass sich Platter, Oppitz-Plörer und Grüne die Zustimmung der Tiroler für Olympia mit einer manipulativen Fragestellung erschleichen wollen“, erklärten Liste-Fritz-Klubchefin Andrea Haselwanter-Schneider und die Abgeordnete Isabella Gruber. Die Fragestellung soll am (morgigen) Dienstag von der schwarz-grünen Landesregierung beschlossen werden.

„Konstruktive Skepsis“ bei den Grünen

Die Grünen werden einer möglichen Bewerbung hingegen mit einer „konstruktiven Skepsis“ begegnen, wie sie in einer Aussendung mitteilten. Denn sie würden sowohl Chancen als auch Risiken von Olympischen Spielen in Tirol sehen. Die Öko-Partei hatte im Vorfeld 26 Fragen an das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) gerichtet. Die Grünen wollen

nun Informationen über Pro und Kontra zu Olympischen Spielen auf ihrer Homepage zur Verfügung stellen.

- APA