Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 11.10.2017


Landespolitik

Mieming gegen feste Fördersätze

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© Ploder



Mieming – In seiner jüngsten Sitzung bekannte sich der Mieminger Gemeinderat einmal mehr zur Förderung des Vereinswesens, das man als Bereicherung und als wichtigen Faktor im sozialen Leben einstuft. Förderansuchen werden deshalb möglichst großzügig behandelt, die Höhe der Kostenbeteiligung allerdings im Einzelfall nach den jeweiligen Rahmenbedingungen festgelegt.

Drei Ansuchen von Sportvereinen zeigten zuletzt auf, dass diese Vorgehensweise zum Eindruck der Ungleichbehandlung führen kann. Vize-BM Martin Kapeller plädierte deshalb für eine allgemeine Förderquote und nannte als Richtwert 40 Prozent der jeweiligen Investitionssumme. Die Mehrheit votierte allerdings für eine Beibehaltung der bisherigen Vorgehensweise.

Konkret baten sowohl der Taekwondo-Verein als auch die Betreiber der Kletterhall­e in Untermieming um Zuschüsse für den Kauf von Matten. Die Kampfsportler benötigen diese für das bevorstehende internationale Turnier, zu dem 150 Teilnehmer erwartet werden. Die Kosten belaufen sich auf rund 2500 Euro. Die Kletterer tauschen im Zuge einer – trotz erheblicher Eigenleistungen – knapp 9200 Euro teuren Komplettsanierung die Matten aus, um den geforderten Sicherheitsstandard zu erreichen. Beiden Vereinen wird eine intensive und erfolgreiche Jugendarbeit bescheinigt, was ebenfalls für eine entsprechend hohe Zuwendung spricht.

Weil der Taekwondo-Verein im Vorjahr bereits 1500 Euro an Zuwendung erhalten hat und der Gemeinderat davon ausgeht, dass durch das Großturnier auch Einnahmen zu erwarten sind, wurden abermals 1500 Euro festgelegt. Die Kletterer erhielten im Vorjahr keine Unterstützung, weshalb man hier die gleiche Gesamtsumme von 3000 Euro als gerecht ansah.

Die Stockschützen beantragten eine Fehlbetragsdeckung für die Errichtung einer dritten Asphaltbahn, die zur Durchführung zeitgemäßer Turniere benötigt wird. Der Verein verfügt über Rücklagen von 7000 Euro, die Gesamtkosten betragen 15.000 Euro. Wenn im Winter der Bade­see nicht über eine tragfähige Eisdecke verfügt, stellen die Stockschützen ihr Terrain der Öffentlichkeit als Eislaufplatz zur Verfügung, der durch eine Erweiterung deutlich an Attraktivität gewinnt.

Der Gemeinderat sah es als gegeben an, dass den Stockschützen eine Eigenfinanzierung des Fehlbetrages nicht möglich ist. Man beschloss deshalb, im Zuge der bevorstehenden Bauarbeiten am Badesee die dritte Bahn zu errichten, die Kostenbeteiligung auf den tatsächlichen Fehlbetrag nach Rechnungslegung – maximal jedoch 8000 Euro – zu begrenzen. (tp)




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