Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 12.10.2017


Olympia-Volksbefragung

„Das Geld muss im Sport bleiben“

Wintersportverbände werben für Olympia, ÖSV-Präsident Schröcksnadel fordert Federführung für den Sport ein.

© Liste FritzDie Kritiker einer Olympiabewerbung von Innsbruck/Tirol haben gestern in Innsbruck mit Musik für ein Nein bei der Volksbefragung „angesungen“.Foto: Liste Fritz



Innsbruck – Peter Schröcksnadel ist Vizepräsident des Österreichischen Olympischen Komitees und langjähriger Präsident des Österreichischen Skiverbands. Gestern Vormittag hat er gemeinsam mit seinen Kollegen von den anderen Wintersportverbänden Michael Bielowski (Rodelverband), Roman Schobesberger (Bob und Skeleton), Werner Jäger (Eisschnelllauf) und Werner Margreiter (Tiroler Skiverband) für ein Ja bei der Olympia-Volksbefragung am Sonntag geworben. Eigentlich selbstverständlich, das Gegenteil wäre eine Sensation gewesen. Doch Schröcksnadel („Olympia ist eine Riesenchance“) machte Mittwoch einmal mehr deutlich, „dass der Sport im Vorfeld der Volksbefragung zu wenig eingebunden war“.

Dass dies der Grund sei, dass er sich erst so spät zu Wort gemeldet habe, dementiert Schröcksnadel. „Der Sport ist für Olympia, die Winterspiele wären ein wichtiger Impuls für die Vereine und Verbände.“ Mit LH Günther Platter habe er kürzlich vereinbart, „dass das Geld im Sport bleibt“. Damit wäre alles geklärt. Finanziell werde es nämlich für die Vereine und Verbände immer enger, „Olympia könnte hier ein wichtiger Impuls sein“, fügte Schröcksnadel hinzu. Gleichzeitig ist es ein offenes Geheimnis, dass der Skiverbandspräsident kein Freund der Innsbruck-Tirol Sports GmbH ist, dem Nachfolgeunternehmen der Innsbruck-Tirol Olympische Jugendspiele 2012. „Der Sport richtet Olympia aus, nicht eine Gesellschaft.“

Für Roman Schobesberger wäre Olympia „eine große Motivation“ für den nachwuchs sowie ein Nutzen für den Sport. Olympia sei natürlich kein Allheilmittel für alle Probleme Tirols, „doch der Sport würde immens davon profitieren“. Bielowski sieht vor allem die Möglichkeit, die Sportstätten mit Olympia kostengünstig auf den neuesten Stand zu bringen. „Natürlich haben wir alles in Tirol, doch die Einrichtungen müssen auch erhalten werden.“ Jäger und Margreiter stießen in dasselbe Horn.

Am Abend waren dann die Olympia-Kritiker am Wort. Vor der Annasäule wurde gegen eine Bewerbung „angesungen“. Angeführt von der Liste Fritz sowie Kulturveranstalter Norbert Pleifer propagierte das Bündnis „NOlympia“ seine Fordderungen: Nein zu Kosten in Milliardenhöhe, möglichen Megabaustellen, steigenden Wohnkosten sowie zu einem Verkehrs- und Sicherheitschaos. (pn)

Die Kritiker einer Olympiabewerbung von Innsbruck/Tirol haben gestern in Innsbruck mit Musik für ein Nein bei der Volksbefragung "angesungen".
- Liste Fritz