Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 12.10.2017


Innsbruck-Land

Axamer Bauprojekt muss zurück an den Start

Das Höchstgericht hat gesprochen: Alle Baubescheide für das Projekt Hintermetzentaler in Axams sind aufgehoben, ein Baustopp gilt.

© TTFür das Bauprojekt „Hintermetzentaler“ in Axams wurde ein Baustopp erlassen. Rückbau soll es aber keinen geben.Foto: Daum



Von Denise Daum

Axams – Nichts geht mehr auf der Baustelle Hintermetzentaler in Axams: Nach einem Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofs gibt es nun für sämtliche zehn Einheiten des Bauprojekts keinen gültigen Baubescheid mehr. Auf insgesamt 6000 Quadratmetern sollen bekanntlich zehn Mehrfamilienhäuser mit je fünf Wohneinheiten entstehen. Die von der Gemeinde zwischen Jänner und März 2016 ausgestellten positiven Bescheide (jedes Haus steht für sich) wurden von Anrainern beeinsprucht. Das Landesverwaltungsgericht hat die Beschwerden abgewiesen, der Bauträger durfte und hat auch zum Teil mit dem Bauen begonnen. Die Anrainer entschieden sich dann aber für eine außerordentliche Revision. Das Ergebnis: Bereits vor Monaten wurden die ersten fünf Baubescheide aufgehoben – die TT berichtete. Die Gemeinde musste für fünf Einheiten im Süden einen Baustopp verhängen.

Nun kommt der Verwaltungsgerichtshof auch bei den übrigen fünf Objekten im Norden zum selben Ergebnis. Das bedeutet nun einen totalen Baustopp für das Gesamtprojekt – und vorerst Ruhe für die Anrainer.

Von einem Rückbau sei aber noch keine Rede, erklärt Bürgermeister Christian Abenthung. Der Rechtsvertreter der Anrainer fordert von der Gemeinde, dem Bauherren einen „Beseitigung- und Wiederherstellungsauftrag“ zu erteilen. „Seitens der Baubehörde ist die weitere Bauausführung aufgrund der Erkenntnisse des Verwaltungsgerichtshof zu untersagen – das habe ich selbstverständlich bereits angeordnet. Für einen Rückbau gibt es aber keine rechtliche Grundlage“, erklärt Abenthung.

Für das Projekt heißt es zurück an den Start – nun ist wieder das Landesverwaltungsgericht am Zug.

Heinz Spirk, Geschäftsführer der ausführenden Bau- Art Immobilien GmbH, betont, dass er keine Umplanung vornehmen werde. „Wir machen nur jene Ergänzungen, die im Erkenntnis verlangt werden. Ich bin mir sicher, dass wir dann auch Recht bekommen und ganz normal weiterbauen können“, erklärt Spirk. Die Situation sei für ihn weder belastend noch existenzbedrohend.