Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 13.10.2017


Osttirol

Finale Weichenstellung für das Mobilitätszentrum

Der Lienzer Gemeinderat signalisiert einstimmig grünes Licht für die Umsetzungsvereinbarung zur Realisierung des Großprojektes.

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© Funder



Von Claudia Funder

Lienz – Wie die TT wiederholt berichtete, wird das Lienzer Bahnhofsareal zu einem großdimensionierten Mobilitätszentrum für den regionalen und überregionalen öffentlichen Verkehr um- und ausgebaut. 2012 startete das Vorhaben mit einer Situationsanalyse, 2013 bis 2015 erfolgten Machbarkeitsprüfung und Funktionsplanung. Verhandelt wurde mittlerweile mit nicht weniger als vier In­frastrukturministern.

Nun geht es von der Planung in die Umsetzung. Am Mittwochabend genehmigte der Lienzer Gemeinderat einstimmig die Umsetzungsvereinbarung zwischen Stadt Lienz, Land Tirol und der ÖBB-Infrastruktur AG. Der Vertrag wird nun mit den Partnern abgeschlossen. Es geht darin um die einzelnen Teilbereiche des Mobilitätszentrums, die unterschiedliche Prozentsätze in der Mitfinanzierung haben. Die ÖBB-Infrastruktur AG wird das Vorhaben baulich umsetzen, den Löwenanteil zahlen und die Anlage betreiben. Realisiert werden in Summe vier Bauteile, die auch endlich für Barrierefreiheit sorgen werden: Bauteil A umfasst einen Fußgänger- und Radtunnel, der eine Verbindung des südlichen Stadtteils Eichholz zum Hauptplatz schafft. Mit dem Bauteil B werden eine Park-and-Ride-Anlage für 172 Pkw-Stellplätze samt E-Mobility-Ausstattung und eine überdachte Bike-and-­Ride-Anlage für 120 Räder und 20 Motorräder sowie 150 Radabstellplätze im Nahbereich des Bahnsteigs 4 entstehen. Mit dem Bauteil C bekommt der Bahnhofsvorplatz ein neues Gesicht: mit überdachtem Busterminal mit acht Busbuchten sowie Kurzpark-, Taxistand- und Carsharing-Plätzen. Bauteil D umfasst die Modernisierung des Bahnhofsgebäudes. Geplant sind hier auch ein Nahversorger und ein Radverleih mit rund 2000 Leihrädern. Einzigartig in Österreich: ein eigener Bahnsteig für die Radverkehrsabwicklung.

Kosten des Großprojektes: 29 Mio. Euro, wovon die Stadt Lienz knapp 4,7 Mio. Euro (ohne GAF-Mittel) zu berappen hat. Das Land beteiligt sich mit 8,14 Mio. Euro.

Der Spatenstich ist für Mitte 2018 angepeilt – 150 Jahre nach dem Bau des Lienzer Bahnhofs. Im selben Jahr soll der Rückbau bestehender Infrastruktur erfolgen. Die Errichtung der Bauteile wird dann 2019 und 2020 über die Bühne gehen. Bauabschluss und Inbetriebnahme sind für Ende 2021 vorgesehen.

Das Ergebnis wird die Qualität der Verkehrssituation deutlich verbessern und dadurch eine Bereicherung für die Stadt sein, aber auch der Regionalwirtschaft einen kräftigen Impuls versetzen.