Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 11.11.2017


Bezirk Innsbruck-Land

TGKK will im Streit um Praxis vermitteln



Kematen – In zwei Wochen findet im Sozialzentrum in Kematen die offizielle Eröffnungsfeier statt. So wie es aussieht, wird die Arztpraxis im Erdgeschoß bis dahin nicht bezogen sein. Wie berichtet, gibt es zwischen der Kemater Ärztin Birgit Mihalovics und der Neuen Heimat als Errichterin Unstimmigkeiten über von ihr gewünschte Umplanungen an der Praxis und die dadurch entstandenen Mehrkosten.

Bürgermeister Rudolf Häusler ermüdet der seit Wochen schwelende Streit. Nachdem die Ärztin ins Spiel gebracht hatte, dass ja die Gemeinde finanziell einspringen könnte, erklärte Häusler gegenüber der TT, dass er sich um eine andere Ärztin für das Sozialzentrum bemühen und dafür um eine weitere Kassenarztstelle ansuchen will.

Von diesem Lösungsvorschlag halten die Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK) und die Ärztekammer wenig. Für Ärztekammerdirektor Günter Atzl ist ein Streit um Praxisräumlichkeiten „nicht das richtige Argument für eine weitere Kassenstelle in einer Gemeinde. Das ist absurd.“

TGKK-Direktor Arno Melitopulos erklärt, dass die im Raum stehende Schaffung einer weiteren öffentlich finanzierten Stelle unter anderem von den Bevölkerungs- und Versorgungskennzahlen für Kematen und das Einzugsgebiet abhänge. „Dies wird noch im Detail zu prüfen sein. Eine zeitnahe Lösung für eine allfällige Versorgungslücke wäre damit aber nicht gewährleistet“, sagt Melitopulos.

Die TGKK möchte sich gemeinsam mit der Ärztekammer um eine Lösung bemühen und bei einem runden Tisch zwischen den Konfliktparteien vermitteln. „Frau Doktor Mihalovics ist eine bei den Patienten sehr beliebte Ärztin. Wir gehen davon aus, dass alle Beteiligten letztlich eine Einigung erzielen wollen, die die Versorgung der Kemater Bevölkerung in den Vordergrund stellt“, betont Melitopulos.

Die beteiligten Parteien zeigen sich offen für einen runden Tisch. Birgit Mihalovics nimmt das Angebot „dankend“ an. Bürgermeister Rudolf Häusler erklärt, dass er sich niemals einem Gespräch verwehre – und auch NHT-Chef Hannes Gschwentner wolle sich einem runden Tisch nicht verschließen. Wenngleich er vorausschickt, dass um den Mietpreis für die Praxis bzw. über die Kosten nicht mehr verhandelt werden könne. (dd, md)