Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 07.12.2017


Bezirk Schwaz

Es muss weiter investiert werden

Die Gemeinden des Bezirks Schwaz segneten das Budget für das Bezirkskrankenhaus ab. Es sieht Investitionen von 18,7 Mio. Euro bis 2020 vor. Der Betriebsabgang verringert sich seit heuer beträchtlich.

© DählingMargit Holzhammer, Franz Hauser, Gabriele Polanezky und Markus Haisjackl (v. l.) vor jenen Fassaden des Spitals, die saniert werden.Foto: Dähling



Von Angela Dähling

Schwaz – Die Zeiten, in denen Gemeinden im Bezirk Schwaz jährlich rund 2,5 Mio. Euro für den Betriebsabgang ihres Krankenhauses berappen müssen, neigen sich dem Ende zu. Stattdessen wird Geld für notwendige infrastrukturelle Maßnahmen benötigt – genauer gesagt 18,7 Mio. Euro in den nächsten drei Jahren.

Über die Details des Budgets und der von den Gemeinden mit 30. November beschlossenen Investitionen informierten gestern Krankenhaus-Gemeindeverbands­obmann Franz Hauser und die Geschäftsführerin des Spitals Margit Holzhammer zusammen mit dem Ärztlichen Direktor Markus Haisjackl sowie Pflegedienstleiterin Gabriele Polanezky.

„Wir hatten in den letzten Jahren einen Betriebsabgang von rund 2,5 Mio. Euro jährlich und dieser war auch für heuer budgetiert. Doch durch den Tagesklinikbetrieb wird das Ergebnis heuer wesentlich besser ausfallen“, sagt Holzhammer. 2018 dürfte der Abgang um rund 1,5 Mio. Euro schrumpfen. „Wir haben daher ein Minus von 950.000 Euro budgetiert“, informiert die Geschäftsführerin. Das Spital, in dem ein jährlicher Umsatz von 53 Mio. Euro erwirtschaftet wird, beschäftigt 804 Bedienstete (darunter 140 Ärzte und 370 Pflegekräfte). 2018 werden Mehrausgaben im Personalbereich von 1 Mio. Euro erwartet. „650.000 Euro entfallen auf neues zusätzliches Personal. Zudem wirken sich gesetzliche Gehaltssteigerungen und Vorrückungen aus“, sagt Holzhammer. Das BKH schließt sich dem neuen Gehaltsschema der Tirol Kliniken an, welches höhere Einstiegsgehälter und dafür geringere Steigerungen im Alter vorsieht, ergänzt Haisjackl. 4,2 Mio. Euro wird im nächsten Jahr die Sanierung der Tiefgarage des Krankenhauses verschlingen. „Sie wurde 1995 in Betrieb genommen und wir haben massive Probleme mit Schmelzwasser, das in die Betonaufbauten rinnt“, erklärt Hauser. Ab Ostern wird daher die Tiefgarage für ein halbes Jahr geschlossen und komplett ausgehöhlt. Im Außenbereich werde man währenddessen 160 Ausweichstellplätze zur Verfügung stellen.

„Insgesamt werden wir nächstes Jahr 10,1 Mio. Euro, 2019 dann 3,2 Mio. Euro und 2020 nochmals 5,4 Mio. Euro investieren“, blickt Hauser voraus. Neben Neuerungen im IT-Bereich (380.000 Euro) und Fassadensanierungen samt Austausch von Fenstern um rund 2,8 Mio. Euro wird kräftig in Energieeinsparungsmaßnahmen investiert. In Summe 10 Mio. Euro werden dafür laut Hauser in den nächsten drei Jahren bereitgestellt. „Derzeit liegt der Anteil der fossilen Energie bei uns bei 60 Prozent, jener der erneuerbaren bei 40 Prozent. Der fossile Anteil soll bis 2020 auf zehn Prozent gesenkt werden“, blickt Hauser voraus. Möglich werden soll das durch die Errichtung eines Tiefbrunnens (Kälteversorgungssicherung) sowie einer Energiezentrale, durch Wärmepumpen (Wärmegewinnung), durch eine Photovoltaikanlage und durch die thermische Sanierung des Gebäudes.

Neuerungen gibt es auch in dem im Spital integrierten Bildungszentrum für Pflegeberufe – und zwar durch den Bachelor-Abschluss, der die Diplom-Pflegeausbildung ersetzt und nahezu europaweit anerkannt wird. Jedes Jahr erhalten rund 20 neu ausgebildete Pflegekräfte einen Arbeitsplatz am Krankenhaus – u. a. durch Mutterschutz-Karenzen. „Das ist mit ein Grund, warum wir inzwischen zweiklassig fahren. Denn auch in den Altenheimen und Reha-Zentren besteht hoher Bedarf an Pflegekräften“, erklärt Gabriele Polanezky. Derzeit lassen sich rund 300 Schüler ein-, zwei-, oder dreijährig an der Schule ausbilden.