Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 07.12.2017


Innsbruck

Stadt-ÖVP will Verkehrsressort übernehmen

Die ÖVP lässt mit ihrer Kritik an der Parkraumbewirtschaftung in Innsbruck nicht locker. Diese soll zunächst eva­luiert und dann umgekrempelt werden.

© ÖVPFordern unter anderem die Wiedereinführung des Smart-Park-Systems – Barbara Traweger-Ravanelli und Franz X. Gruber (beide ÖVP).Foto: ÖVP



Von Denise Daum Innsbruck — Neue Wahlen, neues Glück, denkt sich ÖVP-Stadtchef Franz X. Gruber. Seit Jahren kritisieren er und seine Partei die Reform der Parkraumbewirtschaftung, wie sie die Innsbrucker Ampelkoalition beschlossen hatte. „Das Konzept ist falsch, die Ideologie stand vor der Vernunft", sagt Gruber in Richtung der Grünen. Eine autofreie Stadt werde sich nun mal nicht spielen. Die ÖVP möchte deshalb nach den Gemeinderatswahlen im April 2018 das Verkehrsressort übernehmen und die Parkraumbewirtschaftung neu aufsetzen. „Wir haben immer vor einem Verdrängungseffekt gewarnt: Jetzt haben wir ihn. Die Parkraumbewirtschaftung dehnt sich immer weiter aus", ärgert sich Gruber. ÖVP-Gemeinderätin Barbara Traweger-Ravanelli bekräftigte erneut alte Forderungen: die Wiedereinführung des Smart-Park-Systems, Handyparken ohne Zusatzkosten, das Umrüsten der Parkautomaten auf Kartenzahlung sowie ein Parkleitsystem. Besonders ärgert die Gemeinderätin, dass es bislang keine Evaluierung der Reform gebe, die Bevölkerung sei nämlich unzufrieden. „Aber wenn man wie die Vizebürgermeisterin mit Scheuklappen und Ohrenstöpsel durch die Stadt geht, bekommt man das nicht mit", greift Traweger-Ravanelli Innsbrucks Vize-BM Sonja Pitscheider an. Eine stadtteilbezogene Evaluierung der Reform würde unter anderem zeigen, dass in Wilten schon lange die Forderung bestehe, zurück zur 180-Minuten-Regelung zu gehen statt einer Parkdauer von 90 Minuten. Im Saggen wiederum würden Parkplätze für Anrainer fehlen. Dort schlägt Traweger-Ravanelli Einbahnregelungen vor, um Platz für Querparken zu ermöglichen. Für sie bleibt die Parkraumreform „Abzocke": 2012 lagen die Einnahmen für die Stadt über das Parken (inklusive Strafen und Anwohnerkarten) bei 8,5 Millionen, 2017 sollen es 11,5 Millionen Euro sein.




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