Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 13.12.2017


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P3-Deal irritiert VP und Hoteliers in Innsbruck

Tausche zwei Vollgeschoße gegen 240 Zimmer: Nicht alle sind mit dem Kompromiss in Sachen dritter Pema-Turm glücklich.

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Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Hoteliers rechnen gerne in Zimmer- und Bettengrößen. 240 Zimmer sind da umgerechnet knapp 500 Betten. Und beides hat in Innsbruck keinen Platz – zumindest nicht, wenn sich dieses Angebot ausschließlich unter einem Dach befinden soll. Darin sind sich die Stadt-VP und die Wirtschaftskammer einig.

Die Rede ist vom dritten Turm, den Pema-Chef Markus Schafferer in die Südbahnstraße beim Innsbrucker Hauptbahnhof stellen will. Da die Kubatur des Siegerprojektes (rd. 34.600 m³) aber die politische Vorgabe (29.700 m³) bei Weitem sprengte, musste ein Kompromiss her. Dieser liegt seit letzter Woche vor, die TT berichtete: Folglich sind sich Schafferer sowie eine Gemeinderatsmehrheit aus FI, Grünen und SPÖ einig, dass Schafferer den Turm um zwei Geschoße kappen muss, dafür aber das geplante Motel One im P3 mit 240 statt der zuletzt kolportierten 200 Zimmer verwirklichen kann.

„Das ist ungesund für den Markt und es wird definitiv zu Verzerrungen kommen“, ist sich Mario Gerber, Obmann der Fachgruppe Hotellerie in der Wirtschaftskammer, sicher. Damit untermauert der Hotelier, der kürzlich im Kühtai groß ausgebaut hat, die ablehnende Haltung der WK gegen solch eine Bettenburg in der Landeshauptstadt. Die Kritik, so Gerber, richte sich aber nicht an Motel One, sondern vielmehr an die Politik, die solch eine Größe zulasse.

Geschockt ist auch VP-Tourismusstadtrat Franz Gruber. Diesen „Deal“ werde seine Fraktion im Gemeinderat nicht mittragen. 160 Zimmer – das bleibe die maximale Höchstzahl, welche die VP noch befürworten könne. Und das, so Gruber, habe nichts mit „Protektionismus“ zu tun. So wie in vielen Bereichen habe die Politik die Spielregeln vorzugeben, sagt Gruber: „Das ist ja nichts Unkeusches.“ Ebenso sei unbestritten, dass Innsbruck weit mehr als 1000 neue Hotelzimmer benötige. Es komme aber auch auf die Frage des „Wie“ an. Den Zuwachs nur auf eine Kette zu fokussieren, entspreche nicht den touristischen Zielsetzungen, sagt Gruber.

FP-Stadtparteiobmann Rudi Federspiel will die Causa derzeit nicht kommentieren. Er habe noch keine Fakten zu dem Deal bekommen.




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