Letztes Update am Di, 02.01.2018 06:42

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Vor der Wahl ist nach der Wahl: Das bringt 2018 in Innsbruck

Am 22. April wählt Innsbruck einen neuen Gemeinderat. Ob die Viererkoalition in Amt und Würden bleibt, weiß einzig der Wähler. Und doch reichen die Vorhaben der alten Regierungsmitglieder noch bis weit ins neue Jahr.

© Johanna BoehmBlick über Innsbruck.



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – 40 Sitze im Innsbrucker Gemeinderat, einer davon an vorderster Front – als Bürgermeister(in) der Landeshauptstadt. All das gilt es im April neu zu verteilen. 2012 war eine Dreierkoalition aus Für Innsbruck, Grünen und SPÖ angetreten, ihr Arbeitsprogramm umzusetzen. Ende 2015 verließ auch die ÖVP ihr Kurzzeit-Exil in der Opposition. Aus der siebenköpfigen Regierungstruppe im Stadtsenat sind aus heutiger Sicht lediglich die Abgänge von Vize-BM Sonja Pitscheider (Grüne) und SP-Urgestein Ernst Pechlaner fix. Alle anderen machen sich weiter Hoffnung auf einen weiteren Sitz im Stadtsenat. Doch egal, welches Schicksal diesen sieben blüht: Ihren Ämtern haben sie bereits einige Hausaufgaben, die es 2018 – unabhängig der Wahl – zu erledigen gibt, mit auf den Weg gegeben. Die TT hat sich auf die Suche nach den neuen Projekten und Vorhaben für 2018 gemacht:

Kultur: Das neue Haus der Musik soll im Oktober nach der Rad-WM eröffnet werden, die Vorplatzgestaltung „Kulturquartier“ soll noch vorher fertig werden – so zumindest die Hoffnung. Wer wie viel der kürzlich bekannt gewordenen Musikhaus-Mehrkosten zu tragen hat, müssen sich Stadt und Land demnächst ausschnapsen. Ein kulturelles Highlight soll auch die neue Stadtbibliothek im P2-Turm an der Amraser Straße werden, die im November ihre Pforten öffnen soll. Im Endausbau sollen dann ab 2021 an die 150.000 unterschiedliche Medien dort zum Ausleihen vorhanden sein. Die städtische Musikschule feiert ihr 200-Jahr-Jubiläum.

Infrastruktur: Die restlichen Arbeiten rund um die neue Patscherkofelbahn sowie die Errichtung der neuen Rodelbahn und des zum Baden kogenutzten Speicherteichs sollen im Laufe des Jahres abgeschlossen bzw. angegangen werden. Bei der Straßen- und Regionalbahn steht die – lange ersehnte – letzte Bauetappe des Ost-Astes im O-Dorf an. Ende des Jahres soll die Buslinie O ein- und die Tramlinie 2 als West-Ost-Achse aufgestellt werden. Eine Lärmstudie in Kooperation mit dem Land für das gesamte Stadtgebiet soll indes im Frühjahr präsentiert werden und aufzeigen, wo Handlungsbedarf im Sinne der Anrainer besteht. Die Wohnbauoffensive wird auch 2018 weitergehen – die Wartelisten bewegen sich immer noch bei rund 1600 Wohnungssuchenden.

Sport: Noch für das erste Quartal ist der Spatenstich des neuen Football-Zentrums in der Wiesengasse, südlich des Tivoli, geplant. Hingegen soll die neue Tennisanlage samt Beachvolleyballplätzen am Paschbergweg im zweiten Quartal ihrer Bestimmung übergeben werden. Und so der Übersiedlung der Turnerschaft Innsbruck und der Sportunion den Weg ebnen. Wettkampfmäßig wird es vom 6. bis 16. September bei der Kletter-WM und vom 22. bis 30. September mit der Rad-WM in Innsbruck hoch hergehen. Bereits zuvor geht vom 7. bis 10. Juni die Handball-Masters-Europameisterschaft über die Bühne. Im Stadtzentrum soll zudem nach einem Areal für einen Rad-Pumptrack gesucht werden.

Sicherheit: Im Laufe des Jahres sollen rund 1500 Wohnungen der IIG und NHT, die vor dem Jahre 2008 fertiggestellt wurden, mit rund 4500 Rauchmeldegeräten nachgerüstet werden.

Planung: Das neue Raumordnungskonzept ist inzwischen nicht nur schon seit Jahren, sondern nun auch aufgrund der Vielzahl an Stellungnahmen in Folge der ersten Auflage erneut in der Beschlussfassung im Verzug. Die neuen stadtplanerischen Leitlinien wird wohl erst der neu zusammengewürfelte Gemeinderat abzusegnen haben. Erst dann kann auch der Baustart für die erste Etappe der Verbauung des Campagne-Areals in der Reichenau erfolgen. In den kommenden Monaten soll zumindest die Baureifmachung des ersten Baufeldes erfolgen.

Parks: Gleich mehrere Parks und Grünanlagen sollen heuer angegangen werden. So wird der so genannte „Gänsepark“ in der Angergasse saniert, die Planung erfolgte hier bereits in Zusammenarbeit mit dortigen Kindern. Auch der Ursulinenpark am Vögelebichl soll im Sinne aller Generationen erneuert werden. Der Schillerpark im Saggen steht ebenfalls vor einer Aufwertung.

Integration: Übergreifend über die Ressorts Bildung, Integration und Flüchtlinge ist angedacht, Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache am Ende der Sommerferien mithilfe des Jugendrotkreuzes Sprachkurse anzubieten, um nicht allzu viele ihrer Sprachkompetenzen über die schulfreie Zeit zu verlieren.

Tourismus: Für die Stadt soll ein neues Busterminal-Konzept ausgearbeitet werden, da die derzeitige Situation in der Südbahnstraße wahrlich keine Visitenkarte einer Touristenstadt wie Innsbruck ist. Wann die neue Busgarage am Fennerareal kommen wird, hängt derzeit an den weiteren Planungen für das neue MCI durch das Land.

Land- und Forstwirtschaft: Die im Stadtbesitz befindliche Bodensteinalm wurde vor Kurzem neu verpachtet, bis Mai soll nun auch der dezente Umbau des Gebäudes über die Bühne gehen. Die Suche nach Plätzen für zwei Waldkindergärten ist ebenso am Laufen, wie die Verbauung des Höttinger Grabens bereits eingereicht ist und im Herbst starten soll. Neu soll auch eine einheitliche Beschilderung aller Lauf-, Rad- und Wanderstrecken in und um die Stadt kommen. Unter dem Schlagwort „Plan i“ soll der derzeitige Wildwuchs ein Ende haben.

Bildung : Die Pläne für die Errichtung des Schulcampus Wilten sollen vorangetrieben werden.