Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 22.01.2018


Landespolitik

Liste Fritz setzt auf Beschützerinstinkt

Mit Kritik am Massentourismus startete die Liste Fritz in den Wahlkampf. ÖVP, SPÖ, Grüne und NEOS folgen.

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© Michael Kristen



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Von Übervater Fritz Dinkhauser kann und will die Liste Fritz nicht lassen. Auch auf den Wahlplakaten für den 25. Februar steht der 77-Jährige in nachdenklicher Pose hinter Spitzenkandidatin Andrea Haselwanter-Schneider. Nach FPÖ und SPÖ präsentierte gestern mit der Liste Fritz die dritte kandidierende Partei ihre Wahlkampflinie.

Anders als vielleicht das Großbogenplakat suggerieren mag, will Andrea Haselwanter-Schneider die Hände auch in den kommenden fünf Jahren nicht in den Hosentaschen stecken lassen. Sondern umrühren. Im Landtag, in der Opposition. Von allem anderen, nämlich einer Regierungsbeteiligung will man nichts wissen. Das wurde den gut 150 Liste-Fritz-Sympathisanten, die den Weg zum Deck 47 am Innsbrucker Baggersee gefunden hatten, ein ums andere mal versichert.

Was für die SPÖ in der Wahlkampfstrategie die Freude, ist für die Liste Fritz die Liebe. Wer Tirol liebt, müsse es auch beschützen, zitierte Haselwanter-Schneider den eigenen plakativen Wahlspruch. Das könnten freilich auch andere Parteien unterschreiben. In erster Linie, so die Spitzenkandidatin gestern, müsse Tirol von den negativen Auswirkungen des Massentourismus geschützt werden: „Die Großen regieren, die Kleinen krepieren.“ Egal ob im Außerfern, Zillertal, Wipptal oder im Großraum Kufstein – Tirol stehe still, und das nicht nur bildlich. Verkehrmäßig gehe bald nichts mehr, warnte Haselwanter-Schneider. Aber auch den Ausbaugelüsten der Bergbahnbetreiber gelte es Einhalt zu gebieten, sagt die Liste Fritz. Auf sensible Regionen wie die Gletscher gehöre „aufgepasst“. Gleichzeitig seien die Arbeitsbedingungen im Tourismus zu adaptieren.

Den Beschützerinstinkt will die Liste Fritz in erster Linie bei den „frustrierten Wählern“ wecken. „Wer die Nase von ÖVP, SPÖ und Grünen voll hat und wem die FPÖ zu radikal ist, der soll uns wählen“, warb Haselwanter-Schneider. Sollte seine Liste den Einzug in den Landtag nicht mehr schaffen, so täte ihm das „weh“, meinte Dinkhauser aber selbst.

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In dieser Woche schließt sich nun der wahlkämpferische Auftaktreigen. Bereits heute geht es für die NEOS los. Bundesvorsitzender Matthias Strolz gibt den Einpeitscher ab 18.30 Uhr im „Brennpunkt“ in den Viaduktbögen. Die Grünen, so Klubobmann Gebi Mair, legen am Donnerstag Programm und Plakate offen. Im Congresspark Igls geben sich die Roten am Freitagabend ab 17 Uhr in Wahlkampfstimmung. Wiener Schützenhilfe in Gestalt von Christian Kern darf da nicht fehlen. Einen Tag später, am Samstag, geht es für die ÖVP rund: Zusammen mit Bundeskanzler Sebastian Kurz stimmen sich LH Günther Platter und Co. ab 10 Uhr in der Olympiaworld beim 23. Landesparteitag auf den 25. Februar ein.