Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 02.02.2018


Fernpass

Grüne: „2400 Lkw pro Tag, wenn das 7,5-t-Limit fällt“

Wenn schon Tunnels am Fernpass, dann nur für die Eisenbahn, beharren LHStv. Ingrid Felipe und die Imster und Reuttener Bezirkskandidaten.

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© Paschinger



Imst – Während der „schwarze“ Wirtschaftsbund Donnerstagmittag beim Weißwurst­essen laut nach Fernpass- und Tschirganttunnel rief, sprach sich ein paar hundert Meter Luftlinie entfernt die Chefin des Koalitionspartners in der Landesregierung eindeutig dagegen aus. Gemeinsam mit ihren grünen Spitzenkandidaten der Bezirke Imst (Bernd Suitner) und Reutte (Regina Karlen) unterstrich LHStv. Ingrid Felipe die mögliche Gefahr für das 7,5-Tonnen-Limit durch einen Ausbau.

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„Wir können die Leute natürlich nicht alleinelassen“, verweist Felipe auf erste umgesetzte Maßnahmen der Fernpass-Strategie. Dazu zählt sie etwa die Dosierampel bei Reutte bzw. die Ausweitung der Zonen zum Überholen von Lkw. „Das ist auch ein Beitrag zum Ausbau der Fernpassstrecke“, antwortet sie auf die Frage, ob das nicht auch Teil des Koalitionspapiers sei.

Was das Halten des Lkw-Fahrverbots betrifft, teilt sie die Sorgen, die der Verkehrsplaner Heinrich Fritzer in seinem Gutachten von 2012 festhielt: dass nämlich ein Fernpassscheiteltunnel wichtige Voraussetzungen für die Argumentation des Fahrverbotes obsolet machen würde. Felipe zitierte auch eine Einschätzung des Verkehrsplaners Helmut Köll, der, würde das Tonnagelimit fallen, mit einer Verdreifachung des Schwerverkehrs auf bis zu 2400 Lkw pro Tag rechnet. Das Gutachten von Thomas Müller, das LH Günther Platter gegenüberstellt, sei ein juristisches: „Verkehrsplaner sagen mir: Das Fahrverbot fliegt bei einem Ausbau.“

Wenn schon Tunnels, dann ein Bahntunnel, sagen die grünen Kandidaten, die auch eine Petition dafür starten wollen. Im Bezirk Imst stellt Bernd Suitner weiters den Gletscherzusammenschluss und die Fusion Kühtai-Hochoetz in Frage. Im Außerfern sieht Regina Karlen Handlungsbedarf beim Ärztemangel, einer IT-HTL und mehr Kinderbetreuung. (pascal)