Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 02.03.2018


Bezirk Landeck

Übergangsfrist für das Asylwerberheim

© Wenzel



Weil die Tiroler Sozialen Dienste (TSD) ihre Kapazitäten straffen (müssen), wird das mit 69 Betten größte Asylwerberquartier im Bezirk Landeck zugesperrt — die TT berichtete. Eigentlich sollte das Heim Kaifenau per 28. Februar geräumt sein. Doch es gibt eine ca. einmonatige Nachfrist, wie gestern Donnerstag bei einem Lokalaugenschein zu erfahren war.

„Noch haben wir 40 Asylwerber im Haus", schilderte die langjährige Koordinatorin Cilli Juen. „Sie alle ziehen in den nächsten Tagen in Ersatzquartiere um." Die meisten würden im Oberland bleiben, in den Bezirken Landeck und Imst. Sie selbst werde ihren Job voraussichtlich ebenfalls in Imst machen, so Juen.

„Schade, einfach nur schade", ist aus dem kleinen Mitarbeiterteam zu hören. Man habe in den vergangenen 14 Jahren gut funktionierende Strukturen aufgebaut. Auch die ehrenamtlichen Teams würden sich großteils auflösen. Das Heim Kaifenau war Einsatzort für 92 Ehrenamtliche, es gab Deutschunterricht, Aus- und Fortbildungskurse sowie Integrationsprojekte. „Der Großteil der Ehrenamtlichen wird dann leider nicht mehr gebraucht", bedauerte eine Mitarbeiterin. Die Deutschkurse würden ebenfalls nach Imst verlegt.

Übrigens: Der 22-jährige Elektro-Lehrling Hassan Rezaee aus Afghanistan, über den die TT wegen seines negativen Asylbescheids berichtete, ist inzwischen von der Kaifenau nach Imst umgezogen. Der junge Mann und auch sein Ausbildungsbetrieb in Landeck kämpfen um ein Bleiberecht. Das Berufungsverfahren läuft beim Bundesverwaltungsgericht (BVwG) in Wien. „Die Entscheidung ist noch ausständig", war gestern zu erfahren.

Das Kaifenau-Team will sich keinesfalls lautlos verabschieden. Ein Abschiedsfest ist für Mittwoch, 14. März, in Vorbereitung. (hwe)