Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 05.03.2018


Innsbruck-Land

Mutterer Bürgermeister steht weiter unter Beschuss

Gemeinderat Hilber befürchtet, dass ihm aus persönlichen Gründen ein Garagenbau verwehrt wird. BM Peer ist ob der Vorwürfe fassungslos.

© TVB Innsbruck



Von Denise Daum

Mutters – Ganz ohne Wahlkampf geht es in Mutters politisch rund. Der grüne Gemeinderat Johannes Fritz, der, wie berichtet, mit Bürgermeister Hansjörg Peer aufgrund unterschiedlicher Auffassungen von politischer Arbeit im Clinch liegt, bekommt nun Schützenhilfe von Klaus Hilber, Listenführer von Mutters Plus (zwei von 15 Sitzen im Gemeinderat). „Bürgermeister Peer hat ein eigenartiges Verständnis von Demokratie. Widerspruch wird nicht geduldet und mit persönlichen Sanktionen gegen den Kritiker bestraft. Davon bin ich selbst auch betroffen“, sagt Hilber. Er befürchtet, dass der von ihm geplante Bau einer Garage sowie der bereits mündlich zugesagte Ankauf von angrenzenden Grundflächen der Gemeindeguts­agrargemeinschaft verhindert werden könnten. Insofern verstehe er die Aussage von Johannes Fritz sehr gut, dass der Bürgermeister Kritiker mundtot machen möchte.

Mit den Vorwürfen konfrontiert, zeigt sich Bürgermeister Peer fassungslos. Hilber wolle Agrargrund kaufen und eine Doppelgarage bauen. „Ich habe bereits mit dem Raumplaner gesprochen, ob das machbar ist. Nachdem dieser sagt, das ist machbar, habe ich selbstverständlich nichts dagegen.“ Peer habe die Pläne von Klaus Hilber bereits an die anderen Mitglieder im Agrarausschuss gemailt, mit der Frage, ob es für sie bei dem Verkauf bleibt. „Aus meiner Sicht steht diesem Vorgang nichts im Wege“, schreibt der Bürgermeister als Substanzverwalter der Gemeindeguts­agrargemeinschaft in der E-Mail abschließend.

Dass er nicht demokratisch sei, „ist wohl ein subjektives Empfinden der Opposition und stimmt meines Erachtens nicht“, sagt Peer. Warum er derart unter Beschuss steht, sei nicht nachvollziehbar. „Die wollen mich einfach schlecht aussehen lassen und provozieren.“

Rückendeckung bekommt Hansjörg Peer von seinem Listenkollegen und Gemeindevorstand Michael Saischek. Er kann nicht bestätigen, dass es im Gemeinderat nicht demokratisch zugehe. „Wir haben offenbar unterschiedliche Auffassungen. Der Wähler entscheidet. Wir haben nun mal neun von 15 Mandaten. Jeder gewählte Gemeinderat muss nach bestem Wissen und Gewissen handeln.“ Von der Opposition würde er sich konstruktive Kritik wünschen anstelle des „sinnlosen Hinhauens auf den Bürgermeister. Aber das kommt wohl aus dem Frust heraus, dass die Liste Mutters Plus nur zwei Mandate erzielt hat“, glaubt Saischek.




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