Letztes Update am Do, 08.03.2018 06:56

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gemeinderatswahl

Liste Fritz tritt bei Innsbruck-Wahl an und will regieren

Bei ihrem erstem Antritt für die Innsbrucker Gemeinderatswahl legt die Liste Fritz das Wunschziel von drei Mandaten fest. Die Liste ist noch offen.

© Foto Rudy De Moor / Tiroler TageWollen sich im Innsbrucker Gemeinderat niederlassen: Spitzenkandidat Mayer mit Liste-Fritz-LT-Duo Haselwanter-Schneider und Sint (r.).



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – „Jetzt sind wir bereit für Innsbruck.“ Die Liste Fritz wird am 22. April bei der Innsbrucker Bürgermeister- und Gemeinderatswahl an- und damit Neuland betreten. Weil die Liste Fritz trotz ihres zehnjährigen Bestehens selbiges noch nie getan hat. Das verkündeten gestern Landtagsfrontfrau Andrea Haselwanter-Schneider, Neo-LA Markus Sint sowie der designierte Spitzenkandidat für die Gemeinderatswahl, Thomas Mayer.

Man habe sich das Antreten reiflich überlegt, sagt Haselwanter-Schneider. Und auch wenn das erhoffte Ziel bei der Landtagswahl – ein Direktmandat in der Stadt – nicht erreicht worden ist, so seien die erzielten 7,89 Prozent immer noch das beste Bezirksergebnis der Liste Fritz gewesen. Zudem habe man im Landtagswahlkampf eine positive, aufmunternde Stimmung verspürt.

Im Gegensatz zum Landtag, wo die Liste Fritz von vornherein eine Regierungsrolle ausgeschlossen hat, will man nun in Innsbruck „mitreden, mitgestalten und mitregieren“, wie es Sint ausdrückt. Die politischen Verhältnisse in der Stadt seien mit jenen im Land nicht zu vergleichen. Bei der Gemeinderatswahl würden sich derzeit fünf annähernd gleich starke Parteien matchen, und auch hinsichtlich der Bürgermeisterwahl gibt es für Sint keine Persönlichkeit, die über Gebühr gesetzt sei: „Ein Bürgermeisterinnenbonus ist da, aber nicht so deutlich.“ Weit mehr stört die Liste Fritz da schon die derzeitige Vierparteienregierung aus Für Innsbruck, Grünen, ÖVP und SPÖ. Das verhindere eine starke Opposition im Gemeinderat.

Thematisch, so Spitzenkandidat Mayer, wolle man sich dem leistbaren Wohnen („Verdichtung nur mit Maß und Ziel“), einer Reform der Parkraumbewirtschaftung sowie dem Verkehr und auch den Großprojekten der jüngeren Vergangenheit widmen: „Wie viele Prestigeprojekte kann sich Innsbruck noch leisten, die dann defizitär laufen?“ Er selbst setzt sich das Wunschziel von drei Mandaten und somit Klubstatus im neuen Innsbrucker Gemeinderat: „Das können wir schaffen.“ Sint fügte noch die Bürgerbeteiligung an, die derzeit mehr Schein als Sein sei. Allfällige Koalitionspräferenzen ließ man gestern offen.

Ab sofort werde man die nötigen 100 Unterstützungserklärungen für das Antreten am 22. April sammeln, Kandidaten für die Liste könnten sich noch melden. Offen ließ die Liste Fritz gestern, wer für sie ins Bürgermeisterrennen einsteigen wird. Listenvater Fritz Dinkhauser winkte ab.

Sollte Mayer aber tatsächlich als Listenerster aufscheinen, wird er auch Bürgermeisterkandidat sein müssen. Ob er will oder nicht. Das schreibt nämlich die Innsbrucker Wahlordnung in §41 (2) so allen Gruppierungen vor.