Letztes Update am Mo, 12.03.2018 14:38

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck-Wahl

„Alternative Liste“ will in den Innsbrucker Gemeinderat

ALI hat sich als Minimalziel für die Wahl den Einzug in den Innsbrucker Gemeinderat gesetzt. Für die Bürgermeisterwahl wird kein eigener Kandidat ins Rennen geschickt.

© Thomas Boehm / TTIrene Labner und Mesut Onay von der "Alternativen Liste Innsbruck" (ALI).



Innsbruck – „Die Alternative Liste Innsbruck“ (ALI) hat sich für die Gemeinderatswahl am 22. April in der Tiroler Landeshauptstadt den Gemeinderatseinzug als Minimalziel gesteckt. „Wir freuen uns natürlich auch über sieben Mandate, aber wir müssen realistisch bleiben“, sagte der Ex-Grüne und Spitzenkandidat der Liste, Mesut Onay, bei einer Pressekonferenz am Montag.

Für die Bürgermeister-Direktwahl werde man jedoch keinen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken, so Onay: „Die Bürger sollen den Kandidaten ihres Vertrauens wählen“. Auch Empfehlung werde man keine abgeben. „Wir bitten aber darum, dass die Wähler ALI die zweite Stimme (also jene für den Gemeinderat, Amn.) geben“, ergänzte Onay. Die Stadt brauche „eine starke Alternative jenseits von reinem Nörgeln“. Als potenzielle Wählerschaft nannte er „progressive und sozialliberale Menschen“. Parteigrenzen kenne man aber an sich keine, meinte Onay.

Onay: „Wir werden wirken“

Ob man nach der Wahl eine Koalition eingehen möchte, oder doch bevorzugt Oppositionspolitik betreiben will, ließen die ALI-Proponenten offen: „Diese Frage stellt sich derzeit noch nicht“, meinte dazu die Zweitgereihte der Liste, Irene Labner. Ähnlich unverbindlich blieb auch der Spitzenkandidat Onay: „Wir werden wirken“. Statt einer konkreten Rolle nach der Wahl wurde die „Überlebensfähigkeit“ als Ziel ausgegeben. „Die Struktur ist überlebensfähig, sobald wir im Gemeinderat sind“, meinte Onay, nachdem er zuvor „der Weg ist das Ziel“ als Motto des Wahlkampfes genannt hatte.

Sollte es für den angestrebten Gemeinderatseinzug reichen, wolle man sich jedenfalls weiterhin als „Zusammenschluss für konstruktive Bewegungen in Innsbruck“ begreifen, so Onay, der mittlerweile seine Parteimitgliedschaft bei den Grünen laut eigener Auskunft mit einem „leisen Servus“ abgelegt habe. Mittels Menschen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen strebe man letztlich an, einen „Zukunftsplan“ zu gestalten, der aber „nicht monolithisch“ zu verstehen sei.

Integration, Kultur und Soziales als Themen

Themen in diesem programmgewordenen und sich entwickelnden Zukunftsplan sind derzeit beispielsweise Integration, Kultur, und Soziales. Vor allem beim Thema Soziales werde man sich „gegen die Verbotspolitik und für die Wahrung der Menschenrechte einsetzen“, führte Labner aus. Onay nannte hingegen als politisches Alleinstellungsmerkmal des „Zusammenschlusses“, dass bei der „Alternativen Liste“ vom „Bürger als mündigen Menschen“ ausgegangen werde.

Die Liste war Ende des vergangenen Jahres unter anderem vom grünen Gemeinderat Onay nach einem Zerwürfnis des Mandatars mit dem grünen Gemeinderatsklubs erneut ins Leben gerufen worden. Hintergrund waren Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen Onay aus dem Jahr 2005. Bereits bei den Gemeinderatswahlen in den Jahren 1983 und 1989 war die „Alternative Liste Innsbruck - ALI“ am Stimmzettel zu finden gewesen. (APA)