Letztes Update am Mo, 16.04.2018 12:58

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Architekturwettbewerb entschieden

So wird das neue Universitäts-Gebäude am Innrain

Auf dem Gelände der abgerissenen „Alten Chemie“ entsteht bis 2022 ein moderner Gebäudekomplex für Forschung und Lehre. Rund 81,4 Millionen Euro soll der Neubau mit 13.000 Quadratmetern Nutzfläche kosten.

© Günter MohrVisualisierung des Siegerprojektes des Wiener Architekten Günter Mohr.



Innsbruck – Der Architekturwettbewerb für das Uni-Bauprojekt am Innrain ist entschieden: Der Wiener Architekt Günter Mohr setzte sich gegen 45 Einreichungen durch. Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) investiert als Bauherr und Eigentümer rund 81,4 Millionen Euro in den Neubau.

Auf der Fläche, wo zuvor die Alte Chemie stand, entsteht ab Herbst 2020 eines der „modernsten Lehr- und Lerngebäude Tirols“, so Wissenschaftslandesrat Bernhard Tilg.

Durch die kompakte, hohe Bauweise wird nur ein Drittel der Fläche verbaut, so bleibt viel Platz für Freiräume. „Was uns derzeit am meisten hemmt, ist die große Raumnot“, erklärt Tilmann Märk, Rektor der Uni Innsbruck und ist zuversichtlich, dass sich mit dem neuen Forschungs-, Unterrichts- und Verwaltungsgebäude die Situation am Standort Innrain entspannen wird. Neben den internen Umstrukturierungen der am Innrain angesiedelten Institute sollen unter anderem die Erziehungswissenschaften und die Altertumsforschung, die derzeit ausgelagert sind, zwischen Hauptuni und Internationalem Studentenwohnheim einen neuen Standort finden.

Visualisierung des Innenraumes: Das lichtdurchlutete Atrium erstreckt sich über fünf Geschoße.
- Günter Mohr

Der Neubau verfügt über eine Nutzfläche von 13.000 Quadratmetern und wird aus drei unter- und fünf oberirdischen Geschoßen bestehen, die einen kompakten Sockel bilden. Zum Innrain hin erhält der Baukörper weitere sechs Obergeschoße.

Im Erdgeschoß, das über den Christoph-Probst-Platz betreten wird, sind die Mensa, das Unicafé und ein kleines Museum angesiedelt. Auch das Herzstück des Gebäudes – das lichtdurchflutete Atrium – erstreckt sich von hier aus über den gesamten fünfstöckigen Sockel. Dadurch sollen die Innenräume belichtet und Sichtbeziehungen geschaffen werden.

In den vier Obergeschoßen werden Seminarräume, Lese- und Lernzonen, die Studentenberatung, Bibliothek, Kinderbetreuung und Verwaltung untergebracht. Im vierten Obergeschoß befindet sich zusätzlich eine große Terrasse.

In den sechs weiteren Stockwerken sind die Büros und Aufenthaltsbereiche der Institute geplant.

Präsentation des Siegerprojekts: (v.l.) Landesrat Bernhard Tilg, BIG-Geschäftsführer Hans-Peter Weiss, Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, Rektor Tilmann Märk, Stadtrat Gerhard Fritz, Vizerektorin Anke Bockreis vor der Visualisierung des Projekts.
- Universität Innsbruck

In den Untergeschoßen – im ersten UG wird es flussseitig auch einen direkten Zugang geben – liegen die Hörsäle mit Platz für 200 bzw. 600 Personen. Darunter liegt die Tiefgarage mit rund 100 Stellplätzen.

Nach eineinhalb Jahren Bauzeit soll das neue Uni-Gebäude 2022 fertig sein. Den Studierenden stehen die Türen dann im Wintersemester 2022/23 offen.

„Aktuell befindet sich in der Tiroler Landeshauptstadt jede bzw. jeder Dritte in Ausbildung – sie alle profitieren von einer modernen Infrastruktur“, ist Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer vom Projekt überzeugt. „Investitionen in den Bildungsstandort sind zugleich auch immer Investitionen in die Zukunft unserer Stadt.“ (TT.com)