Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 02.05.2018


Landespolitik

Was wurde versprochen? Wirbel in der Tiroler FPÖ

© OsterauerFrisch verlangt von Markus Abwerzger die Einhaltung der Versprechungen, weil er für den FPÖ-Chef auf ein Mandat verzichtet habe.



Innsbruck – Funktionen, Mandate, Posten: In allen Parteien sind sie heiß begehrt, in der FPÖ muss sich jetzt das Bundes- bzw. Landesparteigericht damit befassen. Die Geschichte reicht bis zum Sommer 2015 zurück, nach der Nominierung des freiheitlichen Bundesrats im März 2017 explodierte sie. Denn der ehemalige Landtagsabgeordnete Anton Frisch sah sich benachteiligt, hatte er doch im Juli 2015 nach dem Ausscheiden von Hildegard Schwaiger aus dem Landtag auf ein Nachrücken zugunsten von Landesparteiobmann Markus Abwerzger verzichtet. Er war der Schlüssel dafür, dahinter taten es ihm elf vor Abwerzger Gereihte gleich.

Schon damals wurde über Nebenabsprachen gemunkelt, diese macht Frisch jetzt mit seinem Gang zum Parteigericht und seiner Sichtweise öffentlich. Markus Abwerz­ger bestreitet diese jedoch vehement. Zwischenzeitlich gab es heftige Differenzen zwischen Frisch und der FPÖ, den Parteiausschluss hat Frisch aber erfolgreich bekämpft. „Aber er hat sich trotzdem parteischädigend verhalten“, wie Abwerz­ger anmerkt.

Warum wandte sich Frisch an die Parteigremien und Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache höchstpersönlich? Er habe Abwerzger 2015 zu seinem Landtagssitz verholfen, schreibt Frisch in seiner Stellungnahme. Jetzt wolle sich aber niemand an die seinerzeitige Vereinbarung halten. Sie ist laut dem Kufsteiner Bundesheerangehörigen am 25. Juni 2015 getroffen worden. Ihm sei nach der Landtagswahl 2018 u. a. ein Bundesratsmandat versprochen worden und zwischenzeitlich die Funktion des Leiters der freiheitlichen Ideenbörse, urgiert Frisch. Schließlich sei er immer wieder vertröstet worden und Abwerzger hätte sich nicht an diese Vereinbarung gehalten. Mit Verweis auf den Mandatsverzicht meint Frisch: „Ich habe das Ganze ja nicht aus Jux und Tollerei getan, sonst würde mir bei so einem Entgegenkommen ja geradezu Geisteskrankheit unterstellt werden können.“

Für Abwerzger sind die Vorhaltungen nebulos. „Es stimmt, wir wollten ihn wieder an die Partei heranführen.“ Doch dazwischen seien die Schwierigkeiten in Kufstein und die gerichtliche Verurteilung von Frisch gekommen. Abwerzger beschreibt Frisch als schwierigen Charakter, „aber ausgemacht wurde nichts“. Frisch habe auch keinen Rückhalt in der Partei, meint der FPÖ-Chef abschließend und bezeichnet die Äußerung an das Parteigericht als „etwas seltsam“. (pn)




Kommentieren


Schlagworte


Mehr Artikel aus dieser Kategorie

EXKLUSIV
EXKLUSIV

Pitztaler Gletscher: Grat zerstört, Skiweg verboten

Trotz behördlichen Stopps wurde der Skiweg am Pitztaler Gletscher weitergebaut. Die BH untersagt jetzt die Benützung.

Nach Südtirol-Wahl
Nach Südtirol-Wahl

Causa Doppelpass: Südtirols Schützen nehmen Platter unter Beschuss

Das Land Tirol werde die Doppelpass-Initiative der türkis-blauen Bundesregierung nicht forcieren, erklärte Tirols LH Platter am Dienstag. Vom Südtiroler Schü ...

Südtirol-Wahl
Südtirol-Wahl

Köllensperger nach Wahlerfolg: „Das war erst der Anfang“

Das „Team Köllensperger“ ist die Überraschung der Landtagswahl, sein Spitzenkandidat will noch höher hinaus. Auch die rechtspopulistische Lega darf sich als ...

Südtirol-Wahl
Südtirol-Wahl

Nach Südtirol-Wahl: Kompatscher ringt nun um Regierung

Nach der Landtagswahl in Südtirol dürfte die Regierungsbildung schwierig werden. Die SVP büßt 3,8 Prozentpunkte ein und muss wahrscheinlich mit der rechten L ...

Landespolitik
Landespolitik

Schulbehörde in Tirol wird auf neue Beine gestellt

Die Verteilung der Schüler sorgt für Diskussionen. Die AHS-Gewerkschaft sieht „große Gefahren“ und fürchtet ein Hineinregieren der Bürgermeister.

Weitere Artikel aus der Kategorie »