Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 03.05.2018


Innsbruck-Wahl

ALI gibt keine direkte Empfehlung für Stichwahl ab

Die Alternative Liste Innsbruck spricht sich nicht konkret für Georg Willi aus, wirft zugleich aber BM Oppitz-Plörer einen „Dammbruch“ Richtung FPÖ vor.

© DomanigDie Alternative Liste Innsbruck um Spitzenkandidat Mesut Onay und Hany Plattner-Dvorak warnt vor einer Regierungsbeteiligung der FPÖ.Foto: Domanig



Von Michael Domanig

Innsbruck – „Die zwei Personen, die zur Wahl stehen, liegen in ihrer Weltanschauung nicht weit auseinander – er ein eher konservativer Grüner, sie eine progressive Schwarze“: So urteilt Mesut Onay, Spitzenkandidat der Alternativen Liste Innsbruck (ALI) und ehemaliger grüner Gemeinderat, über Herausforderer Georg Willi (Grüne) und BM Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck), die sich am Sonntag der Bürgermeister-Stichwahl stellen. Daher wolle seine Liste auch keine direkte Wahlempfehlung abgeben.

Unterschiede gebe es aber im politischen Stil – und der Einstellung zur FPÖ, so Onay weiter: Oppitz-Plörer habe sich „der FPÖ geöffnet“ und damit auch „den rechten Rand ein Stück weit salonfähig“ gemacht, kritisiert er. Die FPÖ sei aber keine Partei wie jede andere. Vielmehr mache sie in Innsbruck „jedes Thema zum Ausländerthema“, um so „Hetze“ gegen Minderheiten und Andersdenkende zu betreiben. Er warne daher davor, die FPÖ „über die Vorder- oder Hintertür“ in eine Regierung zu holen – das gelte auch für eine Proporzregierung.

„Es braucht eine Politik, die die Stadt nicht weiter spaltet, sondern der Polarisierung entschieden entgegentritt“, erklärt Onay. Als direkte Wahlempfehlung für Willi wollte Onay die Kritik an Oppitz-Plörer aber auch auf Nachfrage nicht verstanden wissen. Vielmehr gehe es ihm darum, „dass alle zur Wahl gehen“ – und darum, dem „Dammbruch“ und „Systemwechsel“ Richtung FPÖ eine Absage zu erteilen: „Wir wollen eine Stadt der Vielfalt bleiben.“

Diese Position sei in einem „transparenten und demokratischen Prozess“ ausführlich diskutiert und einstimmig beschlossen worden, betonte Hany Plattner-Dvorak, Plenumsvorsitzende von ALI.