Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 04.05.2018


Bezirk Landeck

Zammer Denkmal wird zur neuen Wohnadresse

Am Grundstück der bekannten Zammer Villa Haueis soll ein Wohnbauprojekt entstehen. Der Gemeinderat gab nun grünes Licht.

© ReichleDas üppige Grün im Garten der Villa Haueis wird zugunsten eines Wohnbauprojekts zurückgedrängt.Foto: Reichle



Von Matthias Reichle

Zams – Vor wenigen Jahren drohte sie noch zugunsten eines Supermarktes abgerissen zu werden und gänzlich aus dem Dorfbild von Zams zu verschwinden. Inzwischen steht die Villa Haueis zwar unter Denkmalschutz. Das Interesse am Grundstück in bester Zammer Zentrumslage ist aber nach wie vor hoch – die TT berichtete. Ein Wohnbauprojekt, das am geschichtsträchtigen Standort umgesetzt werden soll, bekam nun grünes Licht vom Gemeinderat.

Der Imster Unternehmer Walter Stoll, der hinter den Plänen steht, hat die Immobilie bereits im Februar 2017 erworben. Begleitet wurde die Planungsphase vom Bundesdenkmalamt und einem eigenen Gestaltungsbeirat, der ein kritisches Auge auf die Ideen warf.

Immerhin handelt es sich bei der typischen spätgründerzeitlichen Villa nicht nur um ein herausragendes Beispiel „des hohen architektonischen und gestalterischen Niveaus der Jahrhundertwende“, wie es im Bericht des Denkmalamts heißt, sondern auch um ein „wichtiges Dokument für die Politik­ und Sozialgeschichte“. Bauherr Alois Haueis war ein bekannter Zammer Bürgermeister, saß 15 Jahre im Nationalrat und wurde in 27 Tiroler Gemeinden zum Ehrenbürger ernannt. Das Wohnprojekt besteht aus vier Gebäudeteilen, die im hinteren Garten errichtet werden sollen, und tastet das alte denkmalgeschützte Haus nicht an.

Zuletzt wurden umgeplant. „Es kommt jetzt ein Mansardendach statt eines Flachdachs“, betont Gemeinderat Andreas Grüner, der das Projekt als Obmann des Raumordnungsausschusses vorbereitet hat. „Das schaut optisch besser aus und passt auch besser zur Bauweise der Umgebung.“ Der Stadel, der ursprünglich erhalten und versetzt werden sollte, wird nun abgerissen. Eine Empfehlung des Gestaltungsbeirats betraf auch den Garten – so sollten die Bäume nach Möglichkeit stehen bleiben oder nachgepflanzt werden.

„Man darf nicht vergessen, dass es sich um eine zentrale Stelle von Zams handelt“, ergänzt Bürgermeister Siggi Geiger. Man habe auch darauf geachtet, dass die Villa höher ist als die Neubauten dahinter. „Von der Hauptstraße aus sollte sie im Fokus bleiben.“

Im Gemeinderat wurde sowohl eine Flächenwidmungsplanänderung als auch der Bebauungsplan einstimmig beschlossen. Sie liegen nun zur allgemeineren Einsicht auf und werden – sollte kein Einspruch kommen – automatisch erlassen.

Bauherr Walter Stoll bereitet nun den Einreichplan vor. „Es ist gut über die Bühne gegangen“, betont er. „Wir haben alles so zusammengebracht, dass jeder zufrieden ist.“ Laut Bürgermeister gibt es frühestens im Juni grünes Licht für den Baustart.




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