Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 09.05.2018


Bezirk Schwaz

Zweiter Rücktritt für neue Obfrau

Erneuter Obmannrücktritt und der GR-Beschluss, Uschi Langesee in den Zeller Sozialsprengel zu entsenden, erzürnen FP-Politiker.



Er trat am 2. November 2017 zurück, machte wenige Wochen später einen Rücktritt vom Rücktritt und trat kürzlich nun neuerlich zurück — der langjährige Obmann des Sozial- und Gesundheitssprengels in Zell am Ziller. Er habe es sich einfach anders überlegt, erklärte Anton Kreidl einst seinen Rücktritt vom Rücktritt.

Zum damaligen Umschwenken dürften die Absichten des Zeller FP-Gemeindevorstands Christoph Steiner geführt haben, Kreidls Nachfolge anzutreten. Steiner berief sich darauf, dass der FP-Fraktion laut Verhältniswahlrecht ein Posten im Sprengel zustehe. Der Gemeinderat beschloss am 20. November daher entsprechend. Und Kreidl beschloss daraufhin, Obmann zu bleiben. Was, wie berichtet, dem blauen Bezirksparteichef die Zornesröte ins Gesicht trieb.

Aufgrund von Informationen des Landes stellte sich wenig später heraus, dass das Verhältniswahlrecht in diesem Fall nicht zum Tragen kommt. Der Gemeinderat kann also frei bestimmen, wer in den Sprengel-Vorstand nachfolgen soll. So folgte ein neuerlicher Rücktritt von Obmann Kreidl, der bereits im November die VP-Gemeindevorständin Uschi Langesee (Zeller Liste) als seine Nachfolgerin vorgeschlagen hatte.

In seiner April-Sitzung beschloss der Gemeinderat mit 8:5 mehrheitlich, diesem Wunsch Folge zu leisten. Steiner kam nicht zum Zug. „Diese parteipolitische Entscheidung nehme ich zur Kenntnis. Es geht nur darum, mich zu verhindern", sagt der im Bundesrat sitzende FP-Politiker und selbstständige Therapeut. „Ich frage mich, was die freiwilligen Mitarbeiter des Sprengels zu dieser Vorgehensweise sagen." Laut VP-Bürgermeister Robert Pramstrahler sei es Wunsch des aus sechs Gemeinden bestückten Sprengelvorstands gewesen, dass Langesee Kreidl nachfolgt und dann Obfrau wird.

Die Obmannwahl steht noch bevor. „Der Sprengel trat an mich heran, ob ich das machen will", sagt Langesee. „Die wollten Herrn Steiner nicht. Wie man in den Wald hineinruft, schallt es heraus", sagt sie. (Angela Dähling)