Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 09.05.2018


Exklusiv

Sondierungen in Innsbruck: Eine erste Runde zum Aufwärmen

FI, ÖVP und SPÖ — Georg Willi fühlte am Dienstag in Sachen neuer Innsbrucker Stadtregierung vor. Gespräch mit FPÖ für Mittwoch fixiert.

© Rudy De MoorOb es auch für einen neuen koalitionären Handschlag reicht? Georg Willi (Grüne) und Christine Oppitz-Plörer (FI) sondierten am Dienstag.



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Mit dem Sondieren ist das so eine Sache. Man redet, geht aber nicht zu sehr in die inhaltliche Tiefe, versucht nur grobe Differenzen aufzuspüren. Immerhin will man mögliche Koalitionspartner nicht vor dem Start offizieller Regierungsverhandlungen verprellen. Ein Aufwärmen, sozusagen.

Georg Willi, der designierte neue Innsbrucker Bürgermeister, traf sich gestern mit den Vertretern seiner Wunschkoalition zu Sondierungsgesprächen. Also Für Innsbruck, SPÖ und ÖVP. Über das dort Gesprochene wurde Stillschweigen vereinbart. Auch Willi will erst dazu Stellung nehmen, wenn das letzte diesbezügliche Gespräch geführt ist. Das soll heute sein. Am Vormittag steht für ihn die FPÖ auf dem Programm. Auch wenn Willi die Blauen als Koalitionspartner stets ausgeklammert hat. Reden sollte man, sagt Willi.

Es heißt, das Gesprächsklima sei ein sachliches gewesen. Die zentrale Frage der künftigen Stadtsenatsgröße soll zumindest am Rande als Thema angerissen worden sein. Willi favorisiert sieben Sitze. Damit dürfte er nicht alleine sein. SPÖ und ÖVP würden durch eine Aufstockung keinen Sitz dazugewinnen. Wird auf acht aufgestockt, gewinnt nur die bisherige Bürgermeisterfraktion Für Innsbruck einen dazu. Bei neun auch die Grünen.

Die Frage des Einstimmigkeitsprinzips dürfte ebenso angesprochen worden sein. FI soll sie für nicht alltagstauglich halten, Willi mit Abstrichen schon. Eine zweite Sondierungsrunde dürfte nicht nötig sein. Gesprächstermine für Christi Himmelfahrt gibt es jedenfalls keine. Fix soll sein, dass Willi die konkreten Koalitionsverhandlungen am Montag starten will. Mit Für Innsbruck, SPÖ, ÖVP – und dem Seniorenbund. Denn der ist mit der ÖVP gekoppelt.