Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 09.05.2018


Landespolitik

Breite Front für billigen Diesel



Innsbruck – Eindämmung des Schwerverkehrs, aber keine Abschaffung des Dieselprivilegs: Die Reaktionen auf die Forderungen des Südtiroler Landeshauptmanns Arno Kompatscher fallen eindeutig aus. Für Kompatscher trage der Preisvorteil zum Umwegtransit über den Brenner bei. ÖVP, SPÖ und FPÖ lehnen im Sinne der Dieselfahrer eine Erhöhung der Treibstoffpreise ab.

„Unsere Autofahrerinnen und Autofahrer dürfen nicht für die Transitproblematik zur Kasse gebeten werden“, warnt LA Philip Wohlgemuth, Verkehrs- und Arbeitssprecher der SPÖ vor einer überhasteten Abschaffung des Dieselprivilegs. Er fordert vielmehr eine fahrleistungsabhängige, flächendeckende Maut für Lkw ab 3,5 Tonnen auf Landes- und Gemeindestraßen und eine gesetzlich verankerte Zweckwidmung der eingenommenen Mautmittel in Höhe von 75 Prozent für die Straßeninstandsetzung und 25 Prozent für den öffentlichen Verkehr.

Auf Zuruf den Dieselpreis zu erhöhen, um sich vielleicht den harten Kampf gegen die Transitlobby zu ersparen, hieße, den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen – auf Kosten all jener in unserem Land, die Tag für Tag auf das Auto angewiesen sind, kritisiert auch VP-Verkehrssprecher Florian Riedl. „Es geht nicht an, dass Italien und Deutschland die Tiroler Pendlerinnen und Pendler auch noch die Zeche für ihre Transit-Hörigkeit bezahlen lassen möchten.“

Kompatscher solle zuerst Italien zur Verantwortung ziehen, meint FP-Obmann Markus Abwerzger. „Fakt ist, dass die derzeitigen Mautpreise zwischen Verona und dem Bundesland Tirol zu billig sind.“ (pn)