Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 22.05.2018


Exklusiv

Flüchtlingsgesellschaft wird bis Ende Juni umstrukturiert

Nach Aufsichtsratssitzung vom Freitag ist klar: Wegen stark abnehmender Flüchtlingszahlen benötigen Tiroler Soziale Dienste eine neue Struktur.

Symbolbild.

© Andreas Rottensteiner / TTSymbolbild.



Von Peter Nindler

Innsbruck – Bereits vor einem Monat kündigte die für Flüchtlingsfragen zuständige Sozialreferentin LR Gabi Fischer Organisationsmaßnahmen für die Flüchtlingsgesellschaft Tiroler Soziale Dienste TSD an. Diese wurde 2015 gegründet und die Flüchtlingsagenden des Landes in die neue Gesellschaft ausgelagert. In Spitzenzeiten der Flüchtlingskrise 2016 mussten 6800 Asylwerber in Unterkünften der TSD untergebracht und betreut werden. Doch stark abnehmende Zahlen von Asylwerbern bzw. kaum noch Zuweisungen vom Innenministerium zwingen die Verantwortlichen zum Handeln. Denn die Beiträge des Bundes für die Grundversorgung sinken.

In einem ersten Schritt wird sich die Geschäftsführung in Absprache mit dem Betriebsrat von 30 der 270 Mitarbeiter in Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit trennen. Für notwendige Kündigungen wurde im Vorjahr bereits ein Sozialplan paktiert. Nach der Aufsichtsratssitzung vom Freitag steht jedoch fest: Die Neuaufstellung der Flüchtlingsgesellschaft dürfte umfassender ausfallen. Das hat der Aufsichtsrat beschlossen. Im Vorjahr gab es noch ein positives Ergebnis, auch mit finanzieller Hilfe des Landes wie durch den Rückkauf der Traglufthallen und einer Entschuldung. Heuer muss jedoch finanziell und strukturell massiv gegengesteuert werden. 3940 Asylwerber werden derzeit noch betreut, man geht allerdings davon aus, dass die Zahl in den nächsten Monaten deutlich unter 3000 sinken könnte. Die Anpassungen müssen deshalb rascher erfolgen, Fischer will bis Ende Juni entsprechende Pläne vorlegen.

„Wir arbeiten weiterhin intensiv an einer Umstrukturierung der TSD, die auf Grund der sinkenden Zahl der zu betreuenden Menschen notwendig ist. Die Geschäftsführung hat den Auftrag, dies in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat zu tun“, kündigt die Sozialreferentin an. Ziel sei nach wie vor, in die Qualität der Betreuung zu investieren. „Damit für alle Menschen, die hier bleiben können, die Hilfestellungen zur Integration verbessert werden.“

Neben den klassischen Betreuungsaufgaben könnten die Tiroler Sozialen Dienste eine zentrale Drehscheibe in der Versorgung von Obdachlosen und in der Bereitstellung von Notschlafstellen werden. Hier geht es um eine enge Zusammenarbeit mit den Gemeinden. Nicht ausgeschlossen ist auch eine Verschränkung mit anderen Gesellschaften im Sozialbereich.