Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 05.06.2018


Bezirk Landeck

24.095 Patienten im Spital der Oberländer aufgenommen

Das Zammer Krankenhaus St. Vinzenz legt erstmals Geschäftsbericht vor. Die Forderungen an ausländische Kassen liegen bei 10,5 Mio. Euro.

© WenzelDer Rohbau von Haus 3 entstand am Platz der früheren Krankenpflegeschule.



Zams – „Eigentlich sollten auch wir so etwas haben“, dachte sich der Zammer Spitalsgeschäftsführer Bernhard Guggenbichler, als er in diversen Geschäftsberichten anderer Tiroler Spitäler blätterte. „Es muss ja nicht gleich ein Hochglanzkatalog sein.“

Gedacht, gesagt, getan: Ab November 2017 ging es an die Umsetzung. Vor wenigen Tagen feierte der gedruckte Jahresbericht zum Spital der Oberländer seine Premiere. Die 20-Seiten-Broschüre im A4-Format bietet kompakte Information, Zahlen und Fakten zum Geschäftsjahr 2017. Dazu kommen Grußworte, etwa von Generaloberin Sr. Maria Gerlinde Kätzler: „Jeder kranke Mensch wird gleich fürsorglich behandelt. Ich bedanke mich bei allen, die sich Tag für Tag einsetzen, diesen Auftrag zu erfüllen.“

Der Altbau (1930) droht optisch zu schrumpfen.
- Wenzel

2017 trafen 24.094 Patienten zur stationären Behandlung in Zams ein. Als medizinischer Nahversorger stehe das Spital mehr als 100.000 Bewohnern der Bezirke Imst und Landeck zur Verfügung, heißt es im Bericht. 93 Prozent aller 20.015 Tiroler Patienten kommen aus den beiden Bezirken. Achtmal so viele Tiroler Patienten sind ambulant behandelt worden. Im Ranking der Abteilungen führt die Innere Medizin mit einem Patientenanteil von 30 Prozent vor der Unfallchirurgie (22 Prozent) und Chirurgie (18 Prozent). Die Verrechnung medizinischer Leistungen für ausländische Patienten – 2743 haben voriges Jahr in Zams eingecheckt – läuft weiterhin mühsam: Die Forderungen an ausländische Kassen lagen bei 10,5 Mio. Euro.

Auch in der Entbindungsstation klettern die Zahlen nach oben. 2017 kamen 819 Babys zur Welt, 2016 waren es 783 und 2015 wurden 756 neue Erdenbürger geboren.

Von 834 Mitarbeitern kommen 83 Prozent aus den Bezirken Landeck und Imst. Damit zählt das Krankenhaus zu den größten Dienstgeberbetrieben im Oberland. 578 Frauen stellen die klare Mehrheit der Beschäftigten.

Zur Frage nach den Höhepunkten 2017 denkt Guggenbichler keine Sekunde nach: „Klarer Fall, das ist die Eröffnung der Psychiatrie-Ambulanz und -Tagesklinik. Wir haben von Anfang an gesehen, dass die Nachfrage groß ist und dass wir eine Versorgungslücke schließen konnten.“ Das Psychiatrie-Angebot soll für Kinder und Jugendliche erweitert werden.


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