Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 05.06.2018


Bezirk Imst

„Für die Gemeinde kommt Angebot 10 Jahre zu spät“

Noch bis zum 15. Juni wartet das Land Tirol auf Interessenten für die ehemalige Straßenmeisterei Umhausen. Der Bürgermeister winkt ab.

© BBA ImstZwischenzeitlich wurde die ehemalige Straßenmeisterei in Umhausen auch als Unterkunft für Asylwerber genutzt. Bis zum 15. Juni werden nun noch Angebote von interessierten Betrieben gesammelt.Foto: BBA Imst



Von Alexander Paschinger

Umhausen – „Eine Teil­fläche im Ausmaß von 6472 m²“ samt den darauf befindlichen Gebäuden „der ehemaligen Straßenmeisterei Umhausen wird vom Land Tirol zum Verkauf angeboten“, heißt es im offiziellen Interessentengesuch der Abteilung Justiziariat des Landes. Bis zum 15. Juni werden daher Kaufinteressenten gebeten, „ihre Anbote mit Kaufpreisvorstellung sowie Angaben über die geplante zukünftige Nutzung/Art und Umfang des Gewerb­e- oder Handelsbetriebes samt voraussichtlicher Anzahl der dort zu erwartenden Arbeitsplätze“ an das Land zu richten.

Damit sollte das letzte Kapitel in der Geschichte aufgeschlagen werden, denn seit der Zusammenführung der Straßenmeistereien Nassereith und Umhausen auf der Ötztaler Höhe ist Umhausen nur noch ein Stützpunkt. „Wir haben in Umhausen noch zwei Salzsilos und zwei Garagenboxen“, sagt Straßenmeister Michael Strigl. Dazu kommt ein kleiner Aufenthaltsraum für die Mitarbeiter sowie ein Magazin für Diverses im Katastrophenfall. Seit dem Herbst gibt es eben diesen „Stützpunkt Umhausen“, der baulich durch einen Zaun von der alten Straßenmeisterei abgetrennt ist. „Es gibt nun auch eine eigene Zufahrt für unser Gelände“, so Strigl.

Zum Verkauf kommen auf den knapp 6500 m² das Verwaltungsgebäude, eine zweigeschoßige Lkw-Garage sowie noch einmal neun Boxen für Kleinfahrzeuge. Die Einrichtungen, preist das Land an, „eignen sich insbesondere für Gewerbeunternehmen, etwa aus der Baubranche oder aus dem Transportwesen, als Betriebsstandort/Unternehmenszentrale“. Zuletzt wurde das Bürogebäude als Unterkunft für Asylwerber genutzt, nun steht es aber leer.

Schon vor zwei Jahren berichtete der Bürgermeister von Umhausen, Jakob Wolf, von „zwei, drei Interessenten aus dem Tal“. Nun wartet er gespannt, was diese Ausschreibung des Landes bringen wird. Etwas neidisch blickt er diesbezüglich nach Nassereith. Dort hatte der Bauspezialist Geo-Alpin zugeschlagen und die ehemalig­e Straßenmeisterei gekauft. „So ein Betrieb wäre natürlich auch für uns ideal“, sagt der Dorfchef in Hinblick auf zu erwartende Arbeitsplätze.

Für die Gemeinde komme ein solches Angebot „zehn Jahre zu spät“. Umhausen hat den Bauhof saniert, Feuerwehren und Bergrettung haben neue Räumlichkeiten erhalten. Es hänge zwar immer vom Preis ab, aber „lieber wäre mir ein Betrieb“, so Wolf.