Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 05.06.2018


Exklusiv

Arbeit im Schatten des Patscherkofels

BM Georg Willi kann sich rund um Rodelbahn und Speicherteich eine Volksbefragung „durchaus vorstellen“. Erste Maßnahme soll aber ein größerer Parkplatz sein. Bis Donnerstag sollen die Zahlen auf dem Tisch liegen.

© TT/Julia HammerleDie Patscherkofelbahn dominiert die ersten Tage der neuen Stadtregierung.Foto: Julia Hammerle



Von Marco Witting

Innsbruck – Es wird eifrig gearbeitet im Rathaus – so legt Neo-SP-Stadträtin Elisabeth Mayr beim Umbau des Büros auch Hand an den Vorschlaghammer. Abseits der neuen Büros (auch für die Kleinfraktionen soll es Räume geben) geht es heute zur ersten Stadtsenatssitzung. Nächste Woche folgt dann am Mittwoch die nächste, ehe es am Donnerstag in den Gemeinderat geht. Während heute die Themenlage noch überschaubar sein wird, geht es dann ans Eingemachte – sprich an die Finanzierung des Patscherkofels.

Ab Donnerstag sollen grob die Mehrkosten (wohl über 4,5 Millionen Euro zur ohnehin revidierten Summe) auf dem Tisch liegen. „Nicht auf den Euro genau“, wie BM Geor­g Willi (Grüne) sagt, aber doch zu einem großen Teil. Denn was die Finanzierung betrifft, muss die Gemeinde vor dem Sommer ihren Segen zu jenen Leistungen geben, die geleiste­t wurden und abgeschlossen sind. Daneben wird noch verhandelt, wo es Differenzen bei den Abrechnungen gibt – die TT berichtete.

Willi hat die so genannten Forcierungsmaßnahmen als Teil der Mehrkosten ausgemacht. „Wer den Auftrag dazu gegeben hat, weiß ich noch nicht.“ Die Thematik soll im Gemeinderat jedenfalls breit diskutiert werden. „Ergebnisoffen“, wie Willi bei seiner ersten Pressekonferenz vor einem Stadtsenat erklärte, auch was die Investitionen betrifft, die erst noch getätigt werden müssen – Stichwort Rodelbahn und Speicherteich. Wobei der Bürgermeister hier – wie er selbst zugibt – für einen Grünen eine ungewöhnliche Prioritätenliste hat. „Der Parkplatz ist zu klein. Wir müssen hier ausreichend Kapazitäten zur Verfügung stellen. Gleichzeitig braucht es eine Schrankenanlage.“ Dort soll dann für Benützer der Bahn eine Gegenverrechnung möglich sein. Öffi-Nutzer sollen aber jedenfalls am billigsten aussteigen, so Willi. Damit soll zumindest ein Teil der Parkplatzkosten reingespielt werden.

Was Rodelbahn und Speicherteich betrifft, setzt Willi auf „eine breite Diskussion“. Es werde ein Für und Wider geben. Ob im Sinne der Bürgerbeteiligung die Frage der Verwirklichung auch den Innsbruckerinnen und Innsbruckern gestellt werden könnte? Eine Volksbefragung wäre für Willi „durchaus vorstellbar“.

Jedenfalls sagt der Stadtchef auch: „Ich will Ruhe in die Thematik reinbringen.“ Alles, was „zusätzlich kommt“, müsse gut abgestimmt werden.

Wenig überraschend erneuerte gestern die FPÖ ihre Kritik. „Wir wurden verspottet und lächerlich gemacht, als wir im Vorfeld von 70 Millionen Euro an Kosten, inklusive Ablöse an den vorigen Besitzer, sprachen, nun sind es sogar noch mehr“, erklärte Stadtrat Rudi Federspiel in einer Aussendung, in der er Willi als „nunmehrigen finanziellen Masseverwalter der Landeshauptstadt“ sieht. Man habe in der alten Stadtregierung warnende Stimmen, auch von Seilbahnexperten, stets einfach negiert.