Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 08.06.2018


Exklusiv

Erneut Kritik an Jobvergabe im Imster Stadtamt

Anonymes Schreiben prangert an, dass der Imster BM Stefan Weirather seiner Tochter eine Sekretariatsstelle verschaffe.

© PaschingerFür eine Karenzstelle im Imster Stadtamt kamen nur zwei Bewerberinnen in Frage. Eine davon ist die Tochter des Bürgermeisters.Foto: Paschinger



Von Thomas Parth

Imst – Jüngst hatte die Stadtgemeinde Imst eine Karenzstelle im Sekretariat des Stadtamts öffentlich ausgeschrieben. Am folgenden Hearing nahmen jedoch nur zwei Bewerberinnen teil. Eine von ihnen ist die Tochter von Bürgermeister Stefan Weirather. Nun prangert eine anonyme E-Mail von „Imsterstory“ diese „dubiosen Auswahlverfahren“ an. Schließlich gab es bereits vor wenigen Monaten Kritik nach einer Stellenbesetzung an die Lebensgefährtin von Stadtrat Christoph Stillebacher, einem Listenkollegen von BM Weirather. „Ich kenne diese E-Mail und kann mir denken, wer dahintersteckt“, gibt sich BM Stefan Weirather verärgert: „Das scheint der neue politische Stil zu sein. Es ist nämlich eines, wenn man Politiker ist und angegriffen wird, aber es ist etwas anderes, wenn es um die eigene Familie geht.“

Die Stellenvergabe, welche übrigens der Gemeinderat nächste Woche vornehmen soll, sei inklusive Auswahlverfahren rechtens. „Ich würde mir wünschen, dass hier rein objektive Kriterien zählen sollten. Ob jemand eine entsprechende Ausbildung oder Qualifikation vorweisen kann oder nicht“, gibt sich Weirather kämpferisch: „Und wenn die Opposition auch meint, dadurch politisches Kleingeld zu machen: Ich werde meinen Stil dadurch nicht verändern. Es kann nämlich nicht sein, dass ein Kind eines Politikers von einer Stellenausschreibung ausgeschlossen wird.“

Ins selbe Horn stößt auch Personalausschuss-Obmann Gebhard Mantl: „Die Vorgangsweise des Personalausschusses war astrein. Es kann nicht sein, dass sich die Tochter eines Politikers nicht bewerben darf.“ Allerdings habe Mantl schon Beschwerden kommen sehen.