Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 04.07.2018


Landespolitik in Kürze

Umkleiden: Klinik-Betriebsrat will nicht länger warten

© Andreas RottensteinerHödl (l.) droht mit Klagen, Tilg verspricht Lösung.



  • Dass das Umkleiden von Ärzten und Pflegern vor Beginn ihrer Tätigkeit zur Arbeitszeit zählt, stellt die Spitalsbetreiber vor Herausforderungen. Tirols Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (VP) will jedoch in den nächsten zwei Monaten eine Lösung präsentieren. Der Betriebsrat der Tirol Kliniken, Gerhard Hödl, beziffert die Zeitgutschriften mit rund neun Urlaubstagen für die Mitarbeiter und den zusätzlichen Personalbedarf mit 200 bis 300 Mitarbeitern. Daraus würden sich Kosten von 15 bis 20 Mio. Euro für die Tirol Kliniken ergeben. Während Tilg auf eine österreichweite Abstimmung drängt, will Hödl nicht länger warten. „Seit zwei Jahren fordern wir Verhandlungen, doch bisher ist nichts geschehen. Warum sollen wir noch zwei weitere Monate warten?" Laut Hödl würde die Arbeiterkammer die Leistungsklagen der Mitarbeiter unterstützen. Diese könnten in den nächsten Tagen eingebracht werden.
  • Für den Bereich der Pflege präsentierte Tilg gestern einen Zwischenbericht und eine Evaluierung über den Strukturplan Pflege 2012 bis 2022. Die Plätze in der Tagespflege, im betreuten Wohnen sowie im Bereich der mobilen Dienste werden um 30 Prozent erhöht. Bis 2022 sind 1500 weitere Heimplätze geplant, davon 1218 in der Langzeitpflege. Gleichzeitig streicht Tilg hervor, dass vor allem für den Pflegeberuf die Werbetrommel gerührt wird. Von 2012 bis 2022 stellt das Land 2000 zusätzliche Ausbildungsplätze zur Verfügung.
  • Für FPÖ-Chef Markus Abwerzger ist die Wiedereinführung der Notenpflicht der richtige Weg, die Schulpolitik von Bildungslandesrätin Beate Palfrader (VP) sei hingegen nicht mehrheitsfähig. (pn)