Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 13.07.2018


EXKLUSIV

Drei Tiroler Gemeinden im Bonitäts-Ranking top

Im vom Gemeindemagazin „public“ veröffentlichten Bonitäts-Ranking für österreichische Kommunen schaffen es Grän, Langkampfen und Stummerberg auf die vorderen Plätze.

© TVB Tannheimer Tal/Foto MüllerGrän im Tannheimer Tal (rechts vorne) belegt im Ranking den zweiten Platz.Foto: TVB Tannheimer Tal/Foto Müller



Innsbruck — Als „Phänomen" bezeichnet das Gemeindemagazin public die Gemeinde Grän im Tannheimer Tal. Denn in dem in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Verwaltungsforschung (KDZ) erstellten Gemeinde-Bonitäts-Ranking kommt die Außerferner Kommune auf den ausgezeichneten zweiten Platz — ex aequo mit St. Johann im Pongau in Salzburg. Als erfolgreichste unter den ganz kleinen Gemeinden mit knapp über 600 Einwohnern belegt Grän in der jährlich veröffentlichten Rangliste regelmäßig Topplatzierungen.

„Die Gemeinde Grän hatte das Glück, dass sich einheimische Unternehmer schon frühzeitig professionell mit einer touristischen Weiterentwicklung ihrer Dorfwirtshäuser befasst haben", zitiert das Magazin Gräns Bürgermeister Martin Schädle. Sieben Top-Hotels im gehobenen Segment auf kleinstem Raum — drei davon im Ganzjahresbetrieb — bringen der Gemeinde Kommunalsteuereinnahmen in der Höhe von etwa 470.000 Euro und tragen maßgeblich zum gesunden Haushalt bei. Die eigenen Steuern sind in Grän rund dreimal so hoch wie in anderen Tiroler Gemeinden dieser Größe — wie auch die Gebühreneinnahmen.

Langkampfen gilt mit Platz fünf als weiterer Tiroler Gewinner im Ranking. Hauptverantwortlich sind auch hier die Kommunalsteuer-Einnahmen — im laufenden Jahr rechnet die Gemeinde mit einem Kommunalsteueraufkommen in der Höhe von 4,7 Millionen Euro. Hochwertige Arbeitsplätze internationaler Firmen wie Novartis und Sando­z garantieren hohe Löhne und damit der Gemeinde eine höhere Kommunalsteuer. Bürgermeister Andreas Ehren­strasser erklärt die Entwicklung von Langkampfen in den vergangenen 40 Jahren von einer Notstands- zu einer Wohlstandsgemeinde mit einer Gemeindepolitik, die sich an den Prinzipien der Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit orientiert. Dass seine Gemeinde sich im aktuellen Ranking im Vergleich zum Vorjahr gleich um 14 Plätze verbessert hat, führt er darauf zurück, dass im Vorjahr zwei große Infrastrukturprojekte mit einem Gesamtvolumen von acht Millionen Euro nicht gestartet werden konnten. Grundsätzlich bekennt sich Langkamp­fen zu Investitionen. „Eine Gemeinde ist kein Sparverein. Geld hat Wirkung, wenn es in Bewegung ist", so Ehrenstrasser im public.

Ein großer Sprung nach vorne — nämlich von Platz 86 auf Rang acht — ist Stummerberg heuer gelungen. Die Zillertaler Gemeinde komplettiert damit das starke Tiroler Ergebnis mit drei Vertretern in den Top 10 des Bonitäts-Rankings. (np)

Gemeinde-Ranking

Methodik: Der Quicktest des Zentrums für Verwaltungsforschung (KDZ) berücksichtigt bei der Erstellung fünf Kennzahlen aus den Bereichen Ertragskraft, Eigenfinanzierungskraft, finanzielle Leistungsfähigkeit und Verschuldung.

Tirols Gemeinden: Hinter Grän (2), Langkampfen (5) und Stummerberg (8) schafften es Ebbs (13), Niederndorf (18), Schwoich (44), Erl (52), St. Johann i. T. (70), Zell am Ziller (71), Fiss (77), Schattwald (78), Stumm (80), Uderns (90), Hochfilzen (91), Lermoos (98), Itter (99) und Münster (100) in die Top 100 des Rankings.

Österreich: Neben den drei Tiroler Gemeinden in den Top 10: Pfaffig, OÖ (1), St. Johann im Pongau, S (2), Hüttau, S (4), Elsbethen, S (6), Dorfgastein, S (7), Sattledt, OÖ (9), Hausleiten, NÖ (10).