Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 31.07.2018


Bezirk Imst

Gaulwerk zwischen Imst und Tarrenz: Nun kämpft Land gegen Verlandung

Die inzwischen chronischen Überschwemmungen beim Gaulwerk rufen die Landesregierung auf den Plan.

© PaschingerDas Stauwerk ist derzeit Endstation für das Geschiebe.



Von Alexander Paschinger

Tarrenz, Imst – „Es ist fast schon ein Widerstreitverfahren“, meint Leo Satzinger, Chef der Abteilung für Wasser- und Energierecht im Amt der Landesregierung. Seit Jahrzehnten ist die Räumung des Geschiebes aus dem Staubecken des Gaulwerkes zwischen Imst und Tarrenz ein Problem. Für die Bauern wird der übergehende Stausee bei jedem Hochwetter und nach jeder Schneeschmelze zum Ärgernis. Der Gastronomiebetrieb „Happis Hütte“ ist teils nur „mit Schlauchboot“ erreichbar und auch die Knappenwelt spricht in einem Schreiben von „einem Verlust an Einnahmen durch Eintritte“. Auf der anderen Seite ist aber aus Sicht des Naturschutzes im verlandeten Gebiet ein wertvolles Biotop entstanden.

Die Tarrenzer Bauern und Grundbesitzer hatten sich zuletzt im Juni an die Stadtwerke und die Stadtgemeinde Imst gewandt. Sie forderten die bescheidmäßige Räumung des Bigerbaches, zumal das Wasser „bis zum Hals“ stehe.

Das Beste wäre wohl, wenn Bezirkshauptmann Raimund Waldner alle Beteiligten an einen Tisch holen würde, sagt der Imster Stadtchef Stefan Weirather. Waldner wiederum sagt, dass sich mittlerweile die Abteilung Wasserwirtschaft der Sache angenommen hat. Das bestätigt auch Stadtwerke-Direktor Thomas Huber: Im September werde sich die Behörde die Situation mit Sachverständigen ansehen.

Abteilungsleiter Satzinger kennt die Situation: Es sei nur gut, dass keine Menschen oder Häuser in Gefahr seien. Die Überschwemmungen betreffen einerseits die Wegverbindung zu Happis Hütte und der Knappenwelt sowie die angrenzenden Felder und Gründe. „Das Geschiebe wurde hier in der Vergangenheit nicht nachhaltig entfernt“, analysiert Satzinger, daraus sei die Situation entstanden.

Ein Teil der Ursachen könnte durch das Renaturierungsprojekt zwischen Nassereith und Tarrenz entschärft werden. Das Hauptproblem bleibe aber das Geschiebe vom Tschirgant, das wegen des Stauwerks nicht abtransportiert werde. „Es wird wohl ein größeres Projekt werden“, so Satzinger. Und es sei „unter Umständen nicht möglich, dass alle Interessen berücksichtigt werden können“.


Mehr Artikel aus dieser Kategorie

Nach Südtirol-Wahl
Nach Südtirol-Wahl

Causa Doppelpass: Südtirols Schützen nehmen Platter unter Beschuss

Das Land Tirol werde die Doppelpass-Initiative der türkis-blauen Bundesregierung nicht forcieren, erklärte Tirols LH Platter am Dienstag. Vom Südtiroler Schü ...

Südtirol-Wahl
Südtirol-Wahl

Köllensperger nach Wahlerfolg: „Das war erst der Anfang“

Das „Team Köllensperger“ ist die Überraschung der Landtagswahl, sein Spitzenkandidat will noch höher hinaus. Auch die rechtspopulistische Lega darf sich als ...

Südtirol-Wahl
Südtirol-Wahl

Nach Südtirol-Wahl: Kompatscher ringt nun um Regierung

Nach der Landtagswahl in Südtirol dürfte die Regierungsbildung schwierig werden. Die SVP büßt 3,8 Prozentpunkte ein und muss wahrscheinlich mit der rechten L ...

Landespolitik
Landespolitik

Schulbehörde in Tirol wird auf neue Beine gestellt

Die Verteilung der Schüler sorgt für Diskussionen. Die AHS-Gewerkschaft sieht „große Gefahren“ und fürchtet ein Hineinregieren der Bürgermeister.

Landespolitik
Landespolitik

Armutsstudie in Tirol: Ruf nach Entlastung wird lauter

Der designierte neue Wirtschaftskammerboss Walser sieht Politik wie Arbeitgeber in der Pflicht. Opposition fordert von Regierung Taten ein.

Weitere Artikel aus der Kategorie »