Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 05.08.2018


Exklusiv

SPÖ will mit Wasserstoff Wende in Energiestrategie

© SPDornauer hat sich von Wasserstoff-Technologie im Wasserkraftwerk in Aarau überzeugen lassen.Foto: SP



Eine Zukunft frei von fossilen Energieträgern: Im Jahr 2050 möchte Tirol energieautonom sein, bereits 2030 nur noch Strom aus erneuer­barer Energie verwenden. Der Energiesprecher der SPÖ und Vizeparteichef Georg Dornauer geht jetzt noch einen Schritt weiter und will die Energiestrategie des Landes umkrempeln — mit einem Bekenntnis für Wasserstoff. „Wasserstoff kann nicht nur in der E-Mobilität zum Einsatz kommen, er kann auch als umweltfreundliches Düngemittel oder Lebensmittelzusatzstoff dienen", ist Dornaue­r überzeugt. Werde Wasserstoff in Biogasanlagen in synthetisches Methan umgewandelt, könne er schon jetzt fossiles Erdgas ersetzen. „In der Industrie ist er weltweit bereits in verschiedensten Prozessen ein Antreiber, im Wasserstoff liegt die Zukunft."

Dornauer möchte deshalb die Rolle von Wasserstoff in der Energiestrategie des Landes überarbeitet sehen: „Dem Wasserstoff muss eine deutlich höhere Priorität eingeräumt werden, andernfalls wird die Energieautonomie 2050 ein hehrer Wunsch bleiben." Tirol habe im Vergleich zu seinen Nachbarländern massiven energiepolitischen Aufholbedarf Dornauer: „Die Schweiz und Südtirol sind in ihrer Entwicklung deutlich weiter." Der SPÖ-Politiker verweist etwa auf Bozen, dort würden bereits Brennstoffzellenbusse, also mit Wasserstoff betriebene Transportmittel, im öffentlichen Personennahverkehr eingesetzt. Dornauers Appell: „Wenn wir jetzt in Tirol anpacken, können wir schon in wenigen Jahren die gesamte Flotte des Verkehrsverbunds Tirol auf Wasserkraftantrieb umstellen." Danach den Fuhrpark des Landes und jenen des Landesenergieversorgers Tiwag. (pn)