Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 03.08.2018


Landespolitik

Augenarzt für FPÖ nur „Wahlschmäh“

FP-Bezirksobmann Walch bemängelt bei Arztmisere die „reine Ankündigungspolitik“ Sonja Ledl-Rossmanns.

© Gemeinde EhenbichlFür die FPÖ ist das Fernglasfoto von LA Sonja Ledl-Rossmann ein Marketing-Gag.Foto: Gemeinde Ehenbichl



Reutte – Die Außerferner ÖVP-Parteiobfrau Sonja Ledl-Rossmann ist gerade im Urlaub. Die Kritik ihres blauen Pendants Fabian Walch könnte den Relaxed-Status der Volksparteifrontfrau schnell um ein paar Prozentpunkte nach unten drücken. FPÖ-Bezirksobmann Walch: „Wo bleibt der von der ÖVP versprochene Augenarzt?“ Die FPÖ fordert endlich Taten, um die medizinische Versorgung im Bezirk Reutte aufrechtzuerhalten. Seit 2014 habe das Außerfern nun schon keinen Augenarzt anzubieten. Walch angriffig: „,Augenarzt ist endlich in Sichtweite‘, tönte es großspurig aus den ÖVP-Reihen vor einem halben Jahr – passenderweise kurz vor der Landtagswahl. Mittlerweile ist es still geworden. Die Außerferner würden gerne wissen, was aus der Ankündigung geworden ist. War es nur ein Wahlkampfschmäh oder können die Reuttener tatsächlich mit einem Augenarzt rechnen?“ Walch erinnert an das Bild von VP-Bezirksobfrau mit Fernglas in der Hand, flankiert von VP-Bürgermeistern und Versprechungen im Gepäck. Sie kündigte damals an, ihren politischen Einfluss geltend machen zu wollen. „Dies sollte als Landtagspräsidentin mit noch größerem politischen Einfluss im Land wohl ein Leichtes sein“, legt er nach. Der Bezirk werde immer mehr ausgedünnt und sei dadurch von Abwanderung bedroht. „Wir fordern Taten anstatt ‚augenauswischender‘ PR-Fotos“, so Walch.

VP-Bezirksgeschäftsführer Klaus Schimana nimmt für die derzeit urlaubende Politikerin Stellung: „Im Februar gab es intensive Verhandlungen und es sah wirklich gut aus. Leider hat sich alles zerschlagen. Dies wurde übrigens im April auch öffentlich kommuniziert. Nun hoffen wir auf eine Art Poollösung am Bezirkskrankenhaus, bei der wechselnde Fachärzte eine Ambulanz in Gang halten könnten.“ Es sei sehr schwierig, alles werde versucht. Dafür werde auch die TGKK gebraucht. „Walch kann sich ja einmal nicht nur durch Dauerkritik hervortun, sondern indem er sich bei der freiheitlichen Gesundheitsministerin einsetzt, Arztkassenplätze im Außerfern zu schaffen“, kontert Schimana. Gleich hart werde übrigens um „Haut“ und „Kinder“ gerungen. (hm)




Kommentieren


Schlagworte