Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 03.08.2018


Landespolitik

Zweifel am Budget für das Max-Jahr

5,1 Steuermillionen lassen Land, Stadt und TVB Innsbruck sowie die Tirol Werbung für das Jubeljahr des Tiroler Habsburger-Kaisers Maximilian I. springen. Mehr soll es nicht werden, beruhigt LR Palfrader.

© WikipediaMaximilian I. in einer Darstellung Albrecht Dürers von 1519 (Ausschnitt). Das Gemälde wurde erst nach dem Tod Maximilians fertig.Foto: Wikipedia/KHM



Von Markus Schramek

Innsbruck – Die Rad-WM in Tirol Ende September wird ein Spektakel, das nach derzeitigem Stand rund 13 Millionen Euro kostet und hoffentlich sportlich und touristisch zum Erfolg wird. Schon wenige Wochen später startet das nächste Millionenprojekt – diesmal im kulturellen Bereich. Mit einer Multimedia-Show im Innenhof der Hofburg zu Innsbruck erfolgt im November der Auftakt zum Maximilianjahr. Der Tod des Habsburger-Kaisers Maximilian I. jährt sich zwar erst im Jänner 2019 zum 500. Mal. Die Feierlichkeiten beginnen aber eben schon heuer.

Land Tirol, Stadt Innsbruck, Tirol Werbung und Tourismusverband (TVB) Innsbruck lassen den Kaiser mit zusammen 5,1 Millionen Euro hochleben. Mehr als 75 Programmpunkte sind über das Jahr verteilt: Konzerte, Ausstellungen (in Tirol und Südtirol), Theater, Musik, Kunst im öffentlichen Raum.

Das Budget für diesen Reigen an Festivitäten wurde zwischen den Finanzierungspartnern so aufgeteilt: Land Tirol 2,8 Millionen Euro, Stadt Innsbruck 1,6 Millionen, TVB Innsbruck und Tirol Werbung je 330.000 Euro.

Markus Sint, Landtagsabgeordneter der Liste Fritz, hat so seine Zweifel, ob das veranschlagte Budget auch hält. „Es ist keine Seltenheit, dass Großveranstaltungen, die mit Steuergeld finanziert werden, teurer ausfallen als geplant“, meint Sint. Zumal die Ausgaben für das Maximilianjahr zum Teil auf geschätzten Werten basieren würden.

Der Fritz-Mandatar fühlt sich durch den jüngsten Bericht des Landesrechnungshofes (LRH) bestätigt. Darin wird gerügt, dass das Budget für die Rad-WM ständig nachgebessert werden musste.

Sint wollte daher von der zuständigen Kulturlandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) budgetäre Klarheit in Sachen Maximilian. Die Beantwortung von Sints Schriftlicher Anfrage durch Palfrader ist nun eingelangt. Und Sint fühlt sich nicht viel besser informiert als zuvor. „Palfrader lässt sich alle Türchen offen und garantiert nicht, dass es bei den veranschlagten Kosten bleibt“, kritisiert der Osttiroler. Nachsatz: „Für uns sind die 5,1 Millionen ja schon viel, zumal das Maximilian-Programm immer noch nicht steht und erst im Herbst präsentiert wird. Das sind einfach zu viele Fragezeichen.“

Auf Nachfrage der TT legt sich Palfrader fest: „Das Budget ist einzuhalten.“ Allfällige Mehrkosten müssten von allen Finanzierungspartnern getragen werden. Palfrader will aber „eher das Programm kürzen, anstatt mehr Geld zuzuschießen. Denn die 5,1 Millionen sind ein stattliches Sümmchen.“ Zumindest in dieser Hinsicht sind sie und Sint sich einig.