Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 08.08.2018


Bezirk Kufstein

Seit 20 Jahren sammeln Orte „e“

Das e5-Programm feiert Jubiläum. Elf Gemeinden im Bezirk Kufstein nehmen teil. Derzeit hat nur Wörgl alle fünf „e“ erreicht.

© OtterViele e5-Gemeinden setzen auf Biomasse.Foto: Böhm



Von Wolfgang Otter

Kufstein – 1998, also vor 20 Jahren, startete das e5-Programm, betreut von Energie Tirol, mit fünf Gemeinden, darunter die Stadt Kufstein. „e5“ zielt darauf ab, die Energieprozesse zu modernisieren, Energie effizienter und intelligenter zu nutzen und vermehrt klimaschonende, erneuerbare Energieträger einzusetzen. Je nach Umsetzungsgrad der Maßnahmen werden Auszeichnungen, die „e“, vergeben. Mittlerweile gibt es im Bezirk Kufstein elf teilnehmende Gemeinden, tirolweit sind es 50. Bisher hat nur die Stadt Wörgl die fünf „e“ erreicht, neben Virgen als einzige Gemeinde in Tirol.

„Das Programm funktioniert“, meinte Geschäftsführer Bruno Oberhuber. In den zwanzig Jahren seien lediglich zwei Gemeinden ausgestiegen. Rund 46 Prozent der Tiroler leben demnach in teilnehmenden Gemeinden. „Mit jährlich 500 umgesetzten Maßnahmen wird wirklich etwas bewirkt“, sagte Oberhuber bei einer kleinen Feier, die in der Mitgründungsstadt Kufstein stattfand.

Auch Energielandesrat LH-Stv. Josef Geisler war ins Unterland gekommen, um der Wichtigkeit des Programms für die Klimaziele des Landes Nachdruck zu verleihen. Es gebe viele Initiativen, meinte LHStv. Geisler, „aber wenn man an den Bürger herankommen möchte, braucht man die Gemeinden“, hob er den Wert des Programms hervor. Und es bedarf weiterer Anstrengungen. „Auch in den nächsten 20 Jahren warten große Herausforderungen auf die Gemeinden“, erklärte Geisler. Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel zeigte den Festungsstädter Weg auf: „Wir haben in der Raumordnung vorgesehen, dass auch die Energieeffizienz eine Rolle spielt.“ Was den Verkehr anbelangt, plane man zudem, ein E-Carsharing mit neun Fahrzeugen aufzubauen. Es gebe bereits an die 100 Interessierte an diesem Projekt. Und letztlich soll auch eines Tages der öffentliche Verkehr auf selbstfahrende Elektrobusse umgestellt werden. „Dann wäre es möglich, dass man 24 Stunden lang jeden Winkel von Kufstein mit Öffis erreichen kann“, meinte BM Krumschnabel.




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