Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 08.08.2018


Bezirk Landeck

„Wir brauchen Verständnis für die Deponie“

© WenzelNicht nur in den Auffangbecken in Schnann und Pettneu, auch an der Rosanna liegt Geschiebe, das geräumt und deponiert werden muss. Foto: Wenzel



Pettneu, Schnann, Strengen – Im Zuge der riesigen Muren in Schnann und Pettneu hat die BH Landeck im „Schnellverfahren“ eine 500.000 Kubikmeter fassende Deponie bei Strengen bewilligt. Der Ablageplatz in einem Wald der Gemeindegutsagrargemeinschaft stieß auf Kritik – die TT berichtete.

Landtagsvizepräsident Toni Mattle begrüßte am Dienstag „die rasche Entscheidung der Behörde zur Deponierung des Murenmaterials“. Mattle warnt in diesem Zusammenhang vor Worst-Case-Szenarien: „Auch wenn der entstandene Schaden durch die Vermurungen vorigen Mittwoch erheblich ist, möchte ich mir nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn die Geschiebeauffangbecken in Pettneu und Schnann nicht leergeräumt und damit voll funktionsfähig gewesen wären.“ Ein großer Teil der 350.000 Kubikmeter Geröll und Schlamm, die durch die Unwetter in Bewegung gekommen sind, „hätte sich dann wohl mitten durch den Siedlungsraum gewälzt“.

Um auf schnellstem Wege wieder „den bestmöglichen Schutz der Bevölkerung gewährleisten zu können, ist es unverzichtbar, dass die Geröllmassen rasch entfernt werden“, hob der als Krisenmanager erfahrene Galtürer Bürgermeister Mattle hervor und plädierte für Verständnis, „dass die Region die neue Deponie braucht“.

Zumindest teilweise könne er die Kritik der Anrainer an der Deponierung des Materials nachvollziehen. „Aber die Sicherheit von Leib und Leben zählt hier auf jeden Fall mehr. Ich bin froh, dass die Bezirkshauptmannschaft schnell gehandelt hat.“ (TT, hwe)