Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 09.08.2018


Bezirk Kufstein

Aus für Krabbelstube bleibt Thema in Kufstein



Nun meldet sich auch mit einiger Verspätung die sozialdemokratische Fraktion im Kufsteiner Gemeinderat zur Schließung der städtischen Krabbelstube zu Wort und kritisiert das Vorgehen. Wie berichtet, hatte der Stadtrat das Aus der Kinderbetreuungseinrichtung für unter Dreijährige bereits im Mai beschlossen. Seit 20. Juli bleiben nun die Türen zu. Begründung war ein fehlendes pädagogisches Konzept. Zudem sei die Krabbelstube von Dauernutzern missbraucht worden. Darüber hinaus sei der Bedarf nur marginal gewesen — so lautete die offizielle Begründung seitens der Stadt und von Bürgermeister Martin Krumschnabel. Für Notfälle wurde jedoch ein Platz in einer privaten Einrichtung angemietet. Eltern überreichten draufhin eine Liste mit 68 Unterschriften und forderten die Wiedereröffnung der Krabbelstube.

Nachdem bereits Ende Juli die SPÖ auf Landesebene durch Landesfrauenvorsitzende NR Selma Yildirim und Familiensprecherin LA Claudia Hagsteiner diese Vorgangsweise kritisiert hatte, hat sich nun auch die SPÖ Kufstein durch GR Alexander Gfäller in die Allianz der Kritiker eingereiht. „Eine Schließung einer öffentlichen Einrichtung, ganz besonders in der Kinderbetreuung, ist für uns in jedem Fall der falsche Weg. Eine Änderung der Betriebsordnung und eine Erstellung eines pädagogischen Konzepts, um eine zeitgemäße Betreuung zu ermöglichen, wäre der richtige Weg gewesen", meint Gfäller in einer E-Mail an die TT.

Wobei für ihn der Bedarf an einer öffentlichen Kinderbetreuungseinrichtung für unter Dreijährige gegeben sei und die 68 Unterschriften auf der Elternliste nur einen „kleinen Teil der Befürworter darstellen".

Für Gfäller solle man zwar die Kostenseite nicht aus den Augen verlieren, aber bei einer öffentlichen Einrichtung könne die Belastung für Eltern niedriger gehalten werden. Bei privaten spiele „auch der wirtschaftliche Gedanke mit".

Der SPÖ-Gemeinderat kritisiert zudem, wie übrigens auch andere Mandatare, dass die Entscheidung im Stadtrat und nicht im Gemeinderat gefallen sei. (wo)




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