Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 11.08.2018


Exklusiv

Verkehr in Tirol wächst unaufhaltsam

Der Verkehrsbericht 2017 des Landes liegt vor. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Verkehr in Summe um 1,4 Prozent. Neuer Lkw-Dosierkalender steht vor Präsentation.

© www.muehlanger.atNicht nur auf der Inntalautobahn – auf dem gesamten Straßennetz in Tirol ist der Verkehr im vergangenen Jahr in Summe angestiegen.Foto: Mühlanger



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Die heuer teils zweistelligen Steigerungsraten des Lkw-Transitverkehrs entlang der Brennerroute – belegt durch die Asfinag-Zählstelle an der Mautstelle Schönberg – sorgen Monat für Monat für Schlagzeilen. Jahr für Jahr bildet aber auch die Verkehrsabteilung des Landes die Entwicklung des Verkehrs auf den Tiroler Straßen ab. Nun liegt das Zahlenkonvolut für 2017 vor, welches die für Verkehr zuständige LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) in der Regierungssitzung kommenden Mittwoch ihren Regierungskollegen präsentieren wird.

Und der Verkehrsbericht bestätigt die subjektive Wahrnehmung vieler Autofahrer und Verkehrsfunk-Hörer im Land: Das Gesamtverkehrsaufkommen ist – wieder einmal – gestiegen. Genauer gesagt: Unterm Strich nahm der Verkehr auf allen Straßen im Vergleich zu 2016 um 1,4 Prozent zu. Das wohl einzig Positive daran: Die Zunahme fiel geringer aus, als es noch 2016 (+2,3 %) der Fall war.

Am Fernpass wurden um 2,8 Prozent mehr Fahrzeuge gezählt als noch 2016. Die Spitze der Belastung wurde am 25. Februar erreicht: Dort zwängten sich gezählte 29.730 Fahrzeuge durch den verkehrstechnischen Flaschenhals. Stets staubelastet ist auch das Zillertal. Am Taleingang beim Brettfalltunnel wurde eine Steigerung von 2,3 Prozent festgestellt. Auf der Felbertauernstraße zwischen der Mautstelle und Ainet registrierte das Land einen Anstieg des Verkehrs zwischen 1,7 und 3 Prozent.

Beim Güterverkehr stieg der Lkw-Verkehr gemäß der Landeszählung auf der Inntalautobahn im Unterland im Schnitt um 5,3 Prozent gegenüber 2016 an. Im Oberland indes kam es zu einem Rückgang um vier Prozent. Auf der Brennerautobahn lag das Plus beim Lkw-Verkehr bei 7,7 Prozent. Somit kommt das Land auf 2,45 Mio. Lkw, die über den Brenner fuhren. Zum Vergleich: Die Asfinag gab für 2017 ein Plus von 8 Prozent aus. Der Unterschied erklärt sich in unterschiedlichen Zählmethoden von Asfinag und Land. Deutliche Auswirkungen auf das Lkw-Aufkommen auf der Fernpassroute hatte die Sperre des Arlbergtunnels. So steigerte sich dort das Lkw-Aufkommen um rund 9 Prozent.

Ebenso erfasst wurde im Verkehrsbericht das erstmals 2017 erprobte Lkw-Dosiersystem auf der A12 bei Kufstein. Die Abfederung der Verkehrsspitzen ist demnach eindeutig belegt. Darum ist auch zu erwarten, dass LH Günther Platter (VP) am Mittwoch einen erweiterten Dosierkalender für 2019 der Regierung vorlegen wird. Allein heuer waren und sind 25 Dosiertage vorgesehen. Im Sinne des angekündigten Lkw-Transit-Pakets wird allseits mit einer Erhöhung der Anzahl an Dosiertagen gerechnet.