Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 06.11.2018


Bezirk Kitzbühel

Förderung für Senioren der FPÖ zu Recht ausbezahlt

Der Sozialausschuss in St. Johann hat die strittige Subvention genehmigt. Der nicht verbrauchte Rest soll zurückgezahlt werden.

© Kerstin Joensson Rund 140 Euro haben die Senioren der FPÖ St. Johann für eine Fahrt zum Gut Aiderbichl ausgegeben.Foto: Joensson



Von Michael Mader

St. Johann i. T. – Neben den internen Streitereien, die heuer im September im Parteiausschluss von Gemeinderätin Claudia Pali gipfelten, war die FPÖ in St. Johann auch wegen einer Subvention für eine FPÖ-Vorfeldorganisation in die Schlagzeilen geraten.

Wie berichtet, wähnte sich nämlich Hilde Gschnaller als Obfrau des FPÖ-Seniorenrings St. Johann und hatte mithilfe von FPÖ-Orts- und Bezirksparteiobmann Robert Wurzenrainer ein Subventionsansuchen bei der Marktgemeinde gestellt. 1000 Euro wurden ausbezahlt. Doch den FPÖ-Seniorenring gibt es gar nicht.

Laut Wurzenrainer ist der Tiroler Seniorenring eine Vorfeldorganisation der FPÖ und daraus sei auch der St. Johanner Seniorenring entstanden. Gschnaller jedenfalls ist als Obfrau zurück- und mit weiteren Mitstreitern überhaupt aus der FPÖ ausgetreten.

Unter anderem stellte sich in weiterer Folge die Frage, ob eine Subvention für die Senioren der FPÖ in St. Johann überhaupt rechtens war. Ja, war sie, empfand jedenfalls der Sozialausschuss der Gemeinde, wie Bürgermeister Stefan Seiwald auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung mitteilt: „Die Anforderung und auch die Auszahlung waren gerechtfertigt, das ist unbestritten.“ Es sei aber angeboten worden, den nicht verbrauchten Rest der Subvention zurückzuzahlen.

Das ist aber gar nicht so einfach: Wurzenrainer, als laut Eigendefinition nunmehr Zuständiger, hat das Geld nicht. „Das Sparbuch, auf dem sich noch 860 Euro befinden, hat Frau Gschnaller eröffnet und Frau Pali hat es an die Landesgeschäftsstelle geschickt. Von uns aus ist die Rückgabe kein Thema, das Sparbuch wird an die Marktgemeinde geschickt.“ Die müsse sich dann die weitere Vorgangsweise mit Gschnaller ausmachen, weil es ja ein Passwort gebe und die FPÖ keinen Zugriff habe.

Für Seiwald ist die Zurückzahlung einer Subvention keine Besonderheit, auch wenn das so gut wie nie vorkomme: „Natürlich fragen wir auch immer nach, was die Vereine mit dem Geld gemacht haben. Aber die meisten haben viele Aktivitäten und verbrauchen das Geld.“

Laut Gschnaller wurden 140 der 1000 Euro für einen Ausflug zum Gut Aiderbichl ausgegeben. Daran hätten nur wenige Mitglieder teilgenommen, aber der Bus habe bezahlt werden müssen.