Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 09.11.2018


Landespolitik

Seilbahnprogramm: Kappl und St. Anton pochen auf alte Verordnung

© wenzelAuch die Gemeinde St. Anton hat Stellung genommen.Symbolf oto: Wenzel



Das neue Seilbahnprogramm sorgt nach wie vor für rege Debatten im Land. Viel wird derzeit über Projekte diskutiert, die aufgrund der überarbeiteten Grundsätze nun möglich gemacht werden könnten. Die beiden Gemeinden St. Anton und Kappl sorgen sich indes mehr um den seit Jahren angestrebten und verfahrensanhängigen Zusammenschluss ihrer beiden Skigebiete. Wie berichtet, hatten Landesumweltanwaltschaft und Alpenverein gegen den positiven Umweltverträglichkeitsbescheid des Landes Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingelegt. Ende November soll nun dort verhandelt werden.

In nahezu wortidenten Stellungnahmen im Zuge des Begutachtungsverfahrens zu dem neuen Seilbahnpakt der schwarz-grünen Landesregierung pochen beide Gemeinden darauf, dass bei allen zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des neuen Seilbahnprogramms bereits anhängigen Genehmigungsverfahren ausschließlich das derzeit noch gültige Programm als behördliche Entscheidungsgrundlage heranzuziehen sei. Weder den Verfahrensparteien noch dem Bundesverwaltungsgericht seien im laufenden Verfahren zur Skiverbindung neue rechtliche Grundlagen zumutbar. Kappl weist darüber hinaus auf die Außerstreitstellung der Verbindung im Regierungsprogramm hin. Im Hintergrund befürchten die beiden Gemeinden, dass das Projekt zurück an den Start muss und somit weitere Verzögerungen drohen könnten.

Befürchtungen, welche die Regierung offenbar mit einer Übergangsregelung zerstreuen will. Diese soll nun in das neue Programm eingearbeitet werden. Das neue Seilbahnprogramm muss übrigens nicht, wie gestern irrtümlich berichtet, zur Beschlussfassung in den Landtag, sondern wird lediglich per Regierungsbeschluss aktiviert.

In die Gruppe der Gegner reihten sich gestern die Naturfreunde Tirol ein. Sie fordern verbindliche Ausbaugrenzen. „Ein Großteil der Menschen ist der Meinung, dass es bereits jetzt mehr als genug Seilbahnen und Pisten gibt", begründet Vorsitzender Leopold Füreder. (mami)