Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 10.11.2018


Innsbruck-Land

Schlickerbach in Fulpmes-Telfes: Millionen, um Gefahr zu bannen

Im Zuge der groß angelegten Sanierungsoffensive für Schutzbauten der WLV befindet sich dort derzeit eine Großbaustelle.

© wiko/EderDie Kapazität des Geschiebebeckens am Schlickerbach wird verdreifacht. Bei der letzten Mure 2012 wurde es komplett gefüllt. Foto: WLV Tirol



Von Denise Daum

Fulpmes, Telfes – Als mittelgroßen, potenten Wildbach klassifiziert Josef Plank, Gebietsleiter bei der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV), den Schlickerbach in Fulpmes-Telfes. Im Zuge der groß angelegten Sanierungsoffensive für Schutzbauten der WLV befindet sich dort derzeit eine Großbaustelle. Der Schlickerbach, so führte Plank gestern bei einer Exkursion zum Ort des Geschehens aus, habe für die Orte Fulpmes und Telfes in der Vergangenheit Nutzen gebracht, aber auch große Schäden angerichtet. In den 1940er-Jahren wurden erste Verbauungen durchgeführt, im Laufe der Jahrzehnte hat die WLV stetig nachgebessert. Nun werden die Sperrenstaffelung im Schlicker-, Kehl- und Halslbach saniert. Zudem wird das Geschiebebecken auf 15.000 Kubikmeter vergrößert. Bei der letzten Mure im Jahr 2012 wurde das Becken komplett gefüllt. Daher entschied man, die Kapazität zu verdreifachen.

Die WLV hat den Schwerpunkt der Sanierungen auf die Bezirke Innsbruck-Land, Imst und Landeck gelegt. Damit soll sichergestellt werden, dass die Bauwerke funktionstüchtig sind und im Ernstfall nicht versagen. Die Sanierung am Mühltalbach in Mutters konnte heuer bereits abgeschlossen werden, in Pfaffenhofen, Seefeld und Axamerbach haben die Arbeiten heuer begonnen. In Fulpmes-Telfes werden insgesamt rund zehn Millionen Euro investiert, 57 Prozent trägt der Bund, 19 Prozent das Land, den Rest teilen sich die beiden Gemeinden. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2027 vorgesehen.

Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler machte sich gestern ebenfalls ein Bild von den Arbeiten. „Die Ereignisse der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass wir den Schutz erhöhen müssen. Eines muss uns aber auch klar sein. 100-prozentigen Schutz wird es in Tirol trotz Millioneninvestitionen nicht geben“, sagte Geisler.