Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 13.11.2018


Landespolitik

Neues Seilbahnkonzept: Land drückt die Pause-Taste

Die ÖVP wollte bereits heute das neue Seilbahnprogramm beschließen. Nach massiver Kritik nimmt Schwarz-Grün jetzt neue Verhandlungen auf.

© Thomas Boehm / TT(Symbolbild)



Innsbruck – 300 Stellungnahmen gibt es zum Seilbahnkonzept, die Umweltorganisationen befürchteten eine neue Erschließungswelle. Gleichzeitig wurden verfassungsrechtliche Bedenken geäußert. Trotzdem wollte die ÖVP bereits heute in der Landesregierung die neuen Seilbahngrundsätze beschließen. Dazu wurde gestern noch kurzfristig eine Sitzung des Raumordnungsbeirats einberufen. Doch einige Mitglieder sparten ob dieser Eile nicht mit Kritik, wie AK-Chef Erwin Zangerl oder Umweltanwalt Johannes Kostenzer, und blieben der Sitzung fern. Auch die Grünen drängen auf weitere Verhandlungen.

Am Abend drückte die schwarz-grüne Koalition dann die Pause-Taste. Der Diskussionsprozess soll doch breiter angelegt werden. „Als Klubchefs der Regierungsparteien finden wir es demokratiepolitisch wichtig, dass alle im Landtag vertretenen Parteien die Möglichkeit haben, zu dieser wichtigen Zukunftsfrage Position zu beziehen“, reagierten Jakob Wolf (VP) und Gebi Mair (Grüne) auch auf Vorhaltungen der Opposition. Am Donnerstag werden die Seilbahngrundsätze im Landtag debattiert. „Nachdem von fast keiner Partei bisher eine Stellungnahme abgegeben wurde, sind wir gespannt, welche Positionen eingenommen werden“, so Wolf und Mair.

Die beiden Klubchefs haben zudem LR Hannes Tratter (VP) gebeten, dem Raumordnungsbeirat mitzuteilen, dass die Diskussion darüber dem Landtag wichtig sei. Die Meinung des Beirats zum Seilbahnprogramm fiel Montagabend nicht überraschend „einhellig“ positiv aus. Auch diese Ansicht soll dem Landtag mitgeteilt werden. (pn)