Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 20.11.2018


Bezirk Imst

Hochoetz und Kühtai: Kein Kompromiss bei Skiverbindung in Sicht

Selbst ein Zusammenschluss der Skigebiete von Hochoetz und Kühtai mit nur einer Bahn wird von der Bürgerinitiative abgelehnt.

© ILFDie schraffierten Flächen stellen die geplanten Pisten dar. Die Gegner kritisieren, dass diese an manchen Stellen nur zwei Meter breit wären.



Hochoetz, Kühtai – „Wir haben mit einem derartigen Ansturm nicht gerechnet, mehr als 400 Besucher sind unserer Einladung gefolgt, viele mussten mit Stehplätzen vorliebnehmen“, freut sich Gerd Estermann, Sprecher der Bürgerinitiative „Nein zur Zerstörung von Feldringer Böden und Schafjoch“, über das rege Interesse an der Podiumsdiskussion vom vergangenen Freitag – die TT berichtete. Es ging um den geplanten Zusammenschluss der Skigebiete Hochoetz und Kühtai. Die Bergbahnen stellten das Projekt mit drei Bahnen (zwei davon mit Mittelstation) sowie den Pistenflächen erstmals der Öffentlichkeit vor.

Dieses Projekt mit drei Bahnen (zwei davon mit Mittelstation) und Pisten (blau eingezeichnet) wurde bereits 2017 zur Vorprüfung eingereicht. Derzeit wird das UVE-Konzept erarbeitet.
- ILF

Rückblickend meinte dazu Estermann in einer Aussendung: „Die von den Betreibern als Schonvariante vorgestellte Trassenführung ist für uns völlig inakzeptabel. Man kann Natur nicht dadurch bewahren, dass man ein paar Liftstützen versetzt oder die Pisten 100 Meter weiter nach Osten verlagert.“ Das sei lediglich „Ausdruck „mangelnder Sensibilität und eines überholten Naturverständnisses auf Seiten der Liftbetreiber, die glauben, mit neuen technischen Lösungen dem Naturschutz einen Dienst zu erweisen“. Natur höre „dort auf, wo Technik beginnt“.

Auch Hansjörg Falkner, Oet­zer Bürgermeister und Aufsichtsratschef der Bergbahnen Hochoetz, bleibt dabei, dass diese Variante „ökologisch und ökonomisch die wirksamste ist“. Damit liege das Skigebiet auf einer Höhe von 2000 Metern.

Die vom grünen Klubobmann Gebi Mair ins Spiel gebrachte Variante mit einer talnahen Direktbahn, die Schafjoch und Feldringer Böden aussparen würde, wird ebenfalls skeptisch gesehen. Mair regt außerdem einen Bürgerrat an. „Ich hätte mir von den Grünen eine klarere Positionierung erwartet. Wir wollen, dass das Gebiet als Ganzes unangetastet bleibt“, so Estermann. Falkner betont, dass man diese Variante bereits verworfen habe: Zum einen, weil sie aufwändig wäre (Lawinenstrich), zum anderen, weil sie keine neuen Pisten bringen würde.

Das aktuelle Projekt, das Falkner am Freitagabend in Mötz präsentierte, wurde bereits 2017 zur Vorprüfung eingereicht. Derzeit werde gerade an der Fertigstellung des Umweltverträglichkeitserklärungskonzepts (UVE-Konzept) gearbeitet. (TT, pascal)




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