Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 20.11.2018


Innsbruck

Abschiebung droht: Solidarität für Lehrling, FP lässt Untergriffe zu

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© Burgstaller



Die drohende Abschiebung eines 20-jährigen Nigerianers, der in Innsbruck eine Lehre zum Kellner macht und über gute Deutschkenntnisse verfügt, sorgt weiter für Diskussionen. Wie berichtet, stemmt man sich in Telfs, wo Abraham O. eine zweite Heimat gefunden hat, nicht nur seitens der Gemeindepolitik gegen die Abschiebung. Aus dem Freundeskreis heraus wurden zuletzt auch diverse Institutionen um Hilfe gebeten.

Ex-SPÖ-Landesrat Thomas Pupp machte sich ebenfalls für die Sache stark. Er kontaktierte unter anderem Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi, der eine schriftliche Unterstützungserklärung abgab. „Aufgrund des hohen Integrationsgrades und der möglichen entstehenden Härten spreche ich mich hiermit für ein unbeschränktes Aufenthaltsrecht für Abraham O. aus." Unterstützung kommt zudem auch von der Arbeiterkammer. Wie berichtet, herrscht auch in Telfs Unverständnis über die ablehnende Entscheidung — unter anderem auch, weil Abraham in einem Mangelberuf in Tirol eine Lehre begonnen hat.

Die FPÖ hat sich bereits am Wochenende gegen diese Argumentation zu Wort gemeldet. Als Scharfmacher in den Reihen der Blauen entpuppt sich einmal mehr der freiheitliche Nationalrat Peter Wurm. Wer sich für den jungen Nigerianer einsetzt, wird in unzähligen Kommentaren auf seiner Facebookseite lächerlich gemacht. Doch nicht nur das: Wurm, der am liebsten Inhalte der am rechten Rand angesiedelten Plattform unzensuriert.at teilt, lässt auch volle Attacken auf den Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner (VP) zu. Wallner fordert bekanntlich ein Mitspracherecht der Länder beim humanitären Bleiberecht. „Alter Schwede, entsorgt diesen Idioten und Ruhe ist", wird da auf Wurms Facebookseite mitgeteilt. Für den freiheitlichen Nationalrat ist das offensichtlich kein Grund, dieses Posting zu löschen. (mw, pn)